Augsburg bremst Bordell-Boom aus: Am Donnerstag entscheidet der Bauausschuss über Strukturkonzept

In einer Industriehalle in Lechhausen plante ein Investor zuletzt ein Bordell mit 47 Zimmern. Mit einer sogenannten Veränderungssperre bremste die Stadt das Vorhaben aus. Ein Gesamtkonzept soll es künftig erleichtern, die Ansiedlung von Bordellbetrieben zu verhindern. Foto: Hans Blöchl

Mancherorts ist die Fuggerstadt mittlerweile so etwas wie eine Rotlichtstadt - vor allem in Lechhausen stieg die Zahl der Bordelle zuletzt sprunghaft an. Um die Ausbreitung des Gewerbes einzudämmen, hat die Bauverwaltung der Stadt nun ein Bordell-Strukturkonzept erarbeitet. Am Donnerstag wird der Bauausschuss über dieses beraten, in der kommenden Woche soll das Konzept dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Ziel des Konzepts ist die Steuerung von "Bordellen, bordellartigen Betrieben und sexbezogenen Vergnügungsstätten". Konkret heißt das: Mit diesem Instrument sollen künftig Bauanträge gestoppt werden können, die auf eine "prostitutive Nutzung" abzielen. "Die bisherigen Bemühungen zur Steuerung der Problematik mittels Bebauungsplänen im Einzelfall waren für sich genommen erfolgreich, stoßen aber bezogen auf eine gesamtstädtische Betrachtung an ihre Grenzen", heißt es dazu in der Vorlage der Verwaltung.

Der Fokus liegt dabei auf Gewerbegebieten, denn dort lassen die Bebauungspläne Bordelle prinzipiell zu. Und ausschließlich dort möchte die Stadt entsprechende Etablissements künftig zulassen - wenn überhaupt. Jüngst hatte ein Investor in einer Industriehalle in Lechhausen ein Laufhaus mit 47 Zimmern geplant. Mit einer sogenannten Veränderungssperre bremste die Stadt das Vorhaben aus. Das Bordell-Strukturkonzept soll es künftig erleichtern, die Ansiedlung solcher Betriebe in Gewerbegebieten zu verhindern.

Keine Bordelle mehr in "hochwertigen Gewerbegebieten" oder "Gewerbegebieten mit Aufwertungsprogramm"

Die Bauverwaltung definiert dazu verschiedene Gewerbegebiete, beispielsweise "hochwertige Gewerbegebiete" oder "Gewerbegebiete mit Aufwertungsprogramm" - liegt das Vorhaben innerhalb eines solchen Gebiets, besteht unter bestimmten Voraussetzungen künftig die Möglichkeit, Bordell-Bauvorhaben direkt für unzulässig zu erklären. Ablehnungsgründe sind zudem etwa die "Nähe zu Wohnnutzung", eine "Häufung von Bordellen" oder "Trading-Down-Tendenzen", also die Konzentration von Rotlichgewerbe zulasten anderen Gewerbes.

Die Planungen werden dem Bauausschuss mit Verzögerung vorgelegt. Bereits 2015 hatte das Ordnungsreferat ein externes Büro für Stadt- und Regionalentwicklung beauftragt, ein Konzept zu erstellen. Dieses entsprach jedoch nicht den Anforderungen der Verwaltung. Man habe den Ansatz nun weiterentwickelt, so die Bauverwaltung in ihrer Vorlage. Über das überarbeitete Konzept entscheidet nun der Bauausschuss.
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