Augsburg sind viele – Augsburg ist eins!

v.l. Holger Thoms und Claus Höcherl von der Stadt Augsburg nahmen die Pläne für eine Rente ab 70 aufs Korn. Foto Blöchl
Augsburg: Rathausplatz |

Maikundgebung der Gewerkschaften betont Einigkeit.

Viel war von Einigkeit, Einheit, Gerechtigkeit und Demokratie die Rede bei der traditionellen Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und seiner Einzelgewerkschaften am 1. Mai auf dem Rathausplatz die Rede. Das diesjährige Motto des DGB’s – „Wir sind viele, wir sind eins!“ drückte die Stimmung aus, die die ca. 2000 Besucherinnen und Besucher auf dem Rathausplatz vereinte. Man hatte das Gefühl, dass man in einer Welt der Unordnung doch zusammenstehen und –halten will. Der Demonstrationszug vom Gewerkschaftshaus am Katzenstadel, verdeutlichte die Verbindung zwischen Moderne durch die Sambagruppe, die voranmarschierte, die Zimmerleute mit der „ehrwürdigen Fahne der Gewerkschaften“ (OB Dr. Kurt Gribl). Viele junge Gesichter prägten den anschließenden bunten Zug mit der neuen DGB – Vorsitzenden Silke Klos – Pöllinger an der Spitze.

Augsburgs neue Gewerkschaftschefin betonte in ihrer Begrüßung die Bedeutung der Einheitsgewerkschaft für die Demokratie und politischer Kultur in Deutschland. Auf ihe klare Absage an die Ausweitung von Verkaufssonntagen antwortete OB Dr. Kurt Gribl , dass die Stadt Augsburg eine Ausweitung nicht wolle aber auch den Einzelhandel im Fokus behalten muss. Das Motto des DGB lebt die Stadt Augsburg nach seinen Aussagen im alltäglichen Umgang mit den Beschäftigten wie das beispiel Klinikum oder der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen zeige.
Die Hauptrednerin Petra Reinbold-Knape, Mitglied im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG Bergbau, Chemie und Energie griff die Gerechtigkeitskampagne der Gewerkschaften im Zusammenhang mit einem Stop der Rentenabsenkung , verlängerten Bezug von Arbeitslosengeld und Eindämmung der Tarifflucht von Unternehmen auf forderte eine „soziale Politik für die arbeitenden Menschen !“ ein. Den derzeit laufenden Diskussionen um eine Rente mit 70 oder eine Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes erteile sie eine klare Absage. Tarifflucht, Behinderungen von Betriebsratswahlen oder –tätigkeit, Rechtsanwälte die gewerkschaftsfreie Betrieb versprechen, „eigentliche ein Anachronissmus im 21. Jahrhundert!“. Gewerkschaftliche Einigkeit herrschte auch beim Aufruf dazu, dass eine Partei wie die AfD für Gewerkschafter nicht wählbar ist. Die Teilnahme an der Wahl wiederum sei aber eigentlich demokratische Pflicht. Unter dem Motto des 1. Mai 2017 sind alle verbunden, ganz egal ob „Alt oder jung, Flüchtling oder Einheimischer, Beschäftigter oder Arbeitsloser! – wir wollen eine gerechte Gesellschaft!“ rief sie zum zusammenhalt aller auf. Moderator Horts Thieme und Gitarrist Karl Pösl mit Protestsongs aus den 60er bis heute führten durch ein Programm, das viel Gemeinsamkeit hervorrief, zum Schluss leider den Wetterunbillen Tribut zollen musste und ansonsten das Gefühl hinterließ, dass die manchmal totgesagten Gewerkschaften eine große Chance haben, wieder eine noch wichtigere Rolle zu spielen als sie es manchmal derzeit tun.
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