Augsburger Stadtrat beschließt nächsten Schritt der Theatersanierung - Baureferent wehrt sich gegen Kosten-Kritik

Der Puffer in den Sanierungskosten des Großen Hauses schmilzt von 22 auf 4,5 Millionen Euro.
Temperamentvoll wirkt Baureferent Gerd Merkle eher nicht. Als er im Stadtrat am Donnerstag in der Debatte zur Theatersanierung die Stimme hebt, ist es für seine Verhältnisse daher wohl schon so etwas wie ein Gefühlsausbruch. "Das ärgert mich richtig", wendet er sich mit grimmiger Miene an Linken-Stadtrat Alexander Süßmair. Dieser hat gerade verkündet, es sei "abzusehen, dass der Kostendeckel nicht zu halten ist". Man sei was die Kosten der Sanierung angehe voll im Puffer, erwidert Merkle - und damit im Plan.

Im Bauausschuss in der vergangenen Woche hatte Merkle erklärt, dass es teurer wird, das Große Haus des Stadttheaters zu sanieren, als zunächst geschätzt. Aber man liege eben im kalkulierten Puffer. Und daher sei die Kostensteigerung nicht weiter tragisch.

Theater: Puffer schmilzt auf 4,5 Millionen Euro

Mit Mehrkosten von 17,5 Millionen Euro rechnen Baureferat und Architektenbüro nun. Der Spielraum schmilzt auf 4,5 Millionen Euro. Grund sind Mängel, die erst jetzt deutlich wurden. So habe man zum Beispiel festgestellt, dass die Wände mit Bauschutt gefüllt sind.

Dennoch sei man unter dem Kostendeckel, betont Merkle in der Stadtratssitzung erneut. Für die Sanierung des Großen Hauses habe man inzwischen eine genaue Kostenberechnung, in detaillierten Kostenabschnitten, sagt Architekt Walter Achatz. Er sei zuversichtlich, den Kostenansatz von 113,5 Millionen Euro für das Große Haus einhalten zu können. "Wir sind der Meinung, dass wir das Gebäude auch in dieser Summe umsetzen können." Merkle ergänzt, dass es "aus heutiger Sicht" dennoch freilich nicht machbar sei, "alles zu prognostizieren". Aber: Man arbeite "so transparent, wie nur irgendwie möglich."

Auch das Architekten-Honorar steigt

Aus dem Stadtrat gibt es am Donnerstag viel Lob für Architekturbüro und Verwaltung. "Wenn wir in diesem Pufferbereich bleiben, sind wir gut gelandet", meldet sich Cemal Bozoglu (Grüne) versöhnlich zu Wort. Und: dass der Kostenpuffer zu diesem frühen Zeitpunkt fast verbraucht ist, sagt Florian Freund (SPD), sei eben "den Umständen geschuldet".

An Achatz gerichtet fragt Freund noch, warum laut Beschlussvorlage denn nun auch die Architektenkosten um zwei Millionen Euro teurer werden. Die Steigerung sei "selbstverständlich nicht nur das Architekten-Honorar", antwortet dieser. Es sei ein ganzes Team aus Fachplanern zu finanzieren, geregelt durch die HOAI - die "Honorarordnung für Architekten und Ingenieure". In dieser Verordnung des Bundes ist auch festgelegt, dass sich das Honorar an der Gesamtbausumme orientiert.

Weitestgehend einig ist man sich dann auch in der Abstimmung über den "Projektbeschluss zur Generalsanierung des Großen Hauses". Gegen fünf Stimmen aus Reihen der Linken, der Polit-WG und der Freien Wähler stimmt der Stadtrat dem Entwurfsplan letztlich zu.
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