B17-Sanierung im Augsburger Westen: Probleme garantiert

So können Autofahrer die B17-Baustellen umfahren. Ob das eine Zeitersparnis sein wird, bleibt offen. Foto: Tiefbauamt

Das Augsburger Tiefbauamt hat am Dienstag die Umleitungen aufgrund der Baustelle an der B17 präsentiert. Auch rechtfertigt die Behörde die zeitliche Planung. Baureferent Merkle rechnet dennoch mit Problemen.

Es sei eine der schwierigsten Baustellen überhaupt für die Stadt Augsburg. So bezeichnete Baureferent Gerd Merkle gestern die Sanierung der B17. Er erklärte, dass es aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich sei, die Bauarbeiten aufzuschieben.

Es wurde über die Sommerferien als Termin nachgedacht, jedoch sind von den Stadtwerken Maßnahmen zur Gleissanierung an den Haltestellen Donauwörther Straße und Schertlinstraße geplant, die teilweise zum Abbruch des Straßenbahnverkehrs führen könnten. Wenn nun auch noch die Straßenbahnen zeitgleich zur Sanierung der B17 nicht fahren würden, wäre es für Pendler ungünstig, Augsburg zu erreichen. Somit ist es nicht möglich, beide "Baustellen" parallel zu behandeln.

Jedoch, betonte Merkle, sei es nach über zwei Jahrzehnten Benutzung unumgänglich, die von Fahrbahnrillen übersähte Straße zu sanieren. Diese Schäden seien nicht mehr nur durch einfaches Abfräsen reparabel, man müsse die Risse und Rillen verpressen, um wieder eine gleichmäßige Ebene zu bekommen.

Des öfteren wurden Simulationen durchgeführt, bei denen es einwandfrei funktioniert habe, dass bis zu 70.000 Autos pro Tag die Strecke passieren. Jedoch wäre das in der Realität so einfach nicht, da das Reisverschlusssystem nun einmal von vielen Autofahrern nur ungern umgesetzt werde, sagte Merkle. Innerhalb der Baustelle werde Tempo 30 gelten.

Anfänglich wollte das Tiefbauamt die Sanierung komplett durch Fremdfirmen durchführen lassen, nun führt es die Arbeiten teilweise doch selbst durch, da die Nacht- und Wochenendarbeit mit externen Unternehmen oft nicht gut möglich ist.

Trotz sorgfältiger Planung habe die Behörde keinen Einfluss auf Witterungsverhältnisse, die die Sanierung verzögern könnten, erinnerte der Baureferent. Auch deshalb sei in die voraussichtliche Bauzeit bis 6. Juni ein zeitlicher Puffer eingerechnet. Zur frühzeitigen Erkennung von Staus wurden an Orten, an denen Rückstaus entstehen könnten, Kameras angebracht.

Gunther Höhnberg, der Abteilungsleiter der Verkehrsplanung, erklärte, dass man die Wegführung möglichst einfach gestalten werde, etwa durch Schilder, die in die Innenstadt, zu Parkhäusern oder zu P+R-Plätzen weisen.

Doch trotz aller Bemühungen merkte Merkle an: "Es wäre jetzt schöngeredet, wenn ich Ihnen sage, dass es keine Probleme gibt."
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