Bierfreier Bahnhof? - Stadt will über nächtliches Alkoholverbot an Bahnhofsvorplätzen und Königsplatz entscheiden

"Keine Trinkgelage" schreibt ein Schild am Helmut-Haller-Platz bereits vor. Pro Augsburg beantragte nun ein nächtliches Alkoholverbot für Augsburger Bahnhofsvorplätze und den Königsplatz. (Foto: Janina Funk)

Um gegen die massiv angestiegene Zahl von Gewalttaten vorzugehen, haben die Städte München und Nürnberg kürzlich ein nächtliches Alkoholverbot an ihren Bahnhofsvorplätzen erlassen. Pro Augsburg hat nun auch für den Augsburger Hauptbahnhof ein solches Verbot beantragt. Nach der Fertigstellung des neuen Platzes soll der Konsum von Alkohol zwischen 22 und 6 Uhr verboten sein, wünscht sich die Fraktion.

Darüber hinaus solle auch am Königsplatz und am Helmut-Haller-Platz vor dem Oberhauser Bahnhof das Alkoholverbot in Kraft treten, "um die Sicherheit der Benutzer des ÖPNV zu erhöhen", schreibt Pro Augsburg weiter.

Ordnungsreferat: "Alkoholverbot nicht gerechtfertigt"

Der Ausschuss für öffentliche Ordnung und Gesundheit der Stadt Augsburg wird über den Antrag in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch entscheiden. In den Sitzungsunterlagen hat das Ordnungsreferat jedoch bereits zu der Forderung Stellung genommen. Um Alkoholverbote an öffentlichen Plätzen zu rechtfertigen, müsse man "dort regelmäßige, erhebliche Ordnungswidrigkeiten und Straftaten nachweisen", heißt es im Bericht des Referats. Ein unerwünschtes Verhalten von alkoholisierten Personen sei für die Bürger zwar "unangenehm und beängstigend", stelle jedoch keine Ordnungswidrigkeit dar und rechtfertige schon gar kein Alkoholverbot.

Ordnungsreferent Dirk Wurm hat nun die Polizei um eine Auswertung der Kriminalstatistik der vergangenen Jahre gebeten und kommt zu dem Schluss, "dass eine nur geringe, teilweise sogar rückläufige Kriminalität an den besagten Plätzen zu beklagen ist."

Königsplatz soll schärfer beobachtet werden

Der Vorplatz des Hauptbahnhofes stehe im Eigentum der Deutschen Bundesbahn und falle damit nicht den Tätigkeitsbereich der Stadt. Am Königsplatz gebe es zwar "ein durch Randgruppen verursachtes sicherheitsrechtliches Problem und einen Anstieg an Straftaten". Ob die Verstöße allerdings alkoholbedingt seien, könne der Polizeibericht nicht klären. Ordnungsdienst und Polizei sollen den Königsplatz aber künftig verstärkt im Auge behalten. Am Helmut-Haller-Platz sei "gefühlsmäßig" am ehesten ein Alkoholverbot vorstellbar. Auch hier fehle aber eine "eklatante Grundlage" für eine solche Verordnung. Zumal sich die Trinker und Drogenszene auch eher am Tag abspiele.
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Hans Meixner aus Diedorf | 02.05.2017 | 12:01  
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