Bistum Augsburg nimmt deutlich mehr Kirchensteuer ein

In die Schatzkammer der Diözese flossen 2015 337,9 Millionen Euro aus der Kirchensteuer.

Die Diözese veröffentlicht ihren Jahresabschluss: 2015 gab es ein Plus von 53,3 Millionen Euro. Für die kommenden Jahre plant das Bistum auch Wohnungsbauprojekte.

Die anhaltend gute Lage am Arbeitsmarkt macht sich auch in der Schatzkammer der Diözese bemerkbar. Die Einnahmen aus der Kirchensteuer erhöhten sich im Jahr 2015 auf 337,9 Millionen Euro. Das ergaben die nun veröffentlichten Jahresabschlüsse der Diözese, des Bischöflichen Stuhls sowie des Domkapitels.
Der deutliche Zuwachs der Kirchensteuereinnahmen um 8,1 Prozent ist aber laut Finanzdirektor Klaus Donaubauer auch beeinflusst durch überdiözesane Verrechnungen für Vorjahre. Die übrigen Erträge liegen insgesamt unter dem Vorjahr; dies gelte insbesondere für die Vermögenserträge, die auch von dem weiter rückläufigen Zinsniveau beeinträchtigt waren, so Donaubauer.

Das Wachstum der Kirchensteuererträge wurde auf der Ausgabenseite insbesondere an die Pfarreien im Bistum weitergegeben. Die direkten Zuwendungen für Personal-, Bau- und Sachbedarf der Pfarrseelsorge stiegen um gut zehn Prozent auf 113,4 Millionen Euro. Zusammen mit den von der Diözese voll getragenen Personalkosten für Priester, Diakone und pastorale Mitarbeiter floss erneut gut die Hälfte des Kirchensteueraufkommens direkt in die Seelsorge vor Ort. Hierin enthalten sind 40,5 Millionen Euro für den Erhalt der Kirchen, Kapellen, Kindergärten und des übrigen Gebäudebestands der rund 1000 Pfarrgemeinden. Dies entspricht einer Steigerung um 15 Prozent. Gestiegen sind auch die Personalaufwendungen für den Religionsunterricht an den Grund-, Haupt- und weiterführenden sowie berufsbildenden Schulen, und zwar von 24,7 Millionen auf 25,7 Millionen Euro.

Einen besonderen Akzent setze das Bistum Augsburg regelmäßig auch im karitativen Bereich, insgesamt seien im Jahr 2015 seitens der Diözese 15,6 Millionen Euro als Zuwendungen an verschiedene kirchliche Einrichtungen gegangen.

Verstärkte Anstrengungen wurden auch für die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen unternommen. Die Diözese und ihre Pfarreien unterstützten damit im vergangenen Jahr die Kommunen und Landkreise. Im Jahresabschluss 2015 schlug dieses Engagement mit 3,7 Millionen Euro zu Buche.

Das im Berichtsjahr erzielte Jahresergebnis von 53,3 Millionen Euro versetzt die Diözese auch in die Lage, die finanziellen Voraussetzungen für das im vergangenen Jahr angestoßene Zukunftsprojekt für den Bau bezahlbarer Wohnungen im Bistumsgebiet zu schaffen. "Die Planungen für die Realisierung mehrerer Hundert Wohnungen im unteren und mittleren Mietsegment in den nächsten Jahren laufen. Hieran werden sich neben der Diözese auch der Bischöfliche Stuhl und andere ortskirchliche Stiftungen beteiligen", kündigt Donaubauer an. Erste konkrete Wohnungsbauprojekte dieser Art sind in Augsburg, Bobingen und Landsberg geplant. Die Projektsteuerung liegt beim kirchlichen St. Ulrichswerk der Diözese Augsburg.

"Die aktuell günstige Steuerentwicklung darf den Blick auf konjunkturelle und demographische Risiken, auch auf die Folgen einer vergleichsweise hohen Zahl an Kirchenaustritten nicht verstellen", so Finanzdirektor Donaubauer. Auch die Entwicklung an den Finanz- und Kapitalmärkten gebe Anlass zur Sorge, da Vermögenserträge für die nachhaltige Erfüllung umfangreicher Pensionsverpflichtungen fest eingeplant sind. (pba)
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