Bleifüße auf dem Hochfeld

Verkehr Wenn die Freilichtbühnen-Saison beginnt, wird der Verkehr, der sonst um das Rote Tor herum fährt, umgeleitet. Die Schilder stehen schon bereit. Foto: Libossek

Auf der Hochfeldstraße treten viele Autofahrer das Gaspedal zu weit Richtung Süden. Das monieren die Anwohner. Nun könnte sich etwas ändern - nicht nur wegen der "Blues Brothers".

Viele Anwohner der Hochfeldstraße sorgen sich wegen der Brüder Jake und Elwood. Die beiden tragen schwarze Sonnenbrillen und Hüte und sind gemeinhin als "Blues Brothers" bekannt. Das Duo wird zwar nicht wie im gleichnamigen Film eine wilde Verfolgungsjagd über die Piste zwischen Eserwall- und Schertlinstraße starten, dennoch beunruhigt die Tatsache, dass die beiden ab Samstag in der Stadt sind, die Anlieger.

Dann startet nämlich die Freilichtbühnen-Saison und der Verkehr, der sonst das Rote Tor umkurvt, wird unter anderem über die Hochfeldstraße umgeleitet. Das bedeutet mehr Autos - und damit die Vergrößerung eines weiteren Problems: das der Raser. Denn die Tempo-30-Verordnung auf zwei Abschnitten der Straße missachten viele.

"Einige Anwohner haben mich zur Verkehrssituation im Wohngebiet angesprochen", schreibt Oliver Nowak daher an Baureferent Gerd Merkle. Der Stadtrat der Polit WG und ebenfalls Anrainer fordert vom Referenten, "geeignete Maßnahmen anzugehen". Denn trotz des Tempolimits auf gut zwei Dritteln der Strecke, fahren einige "mit viel zu hoher Geschwindigkeit aufgrund der geraden Straßenführung".

Nicht nur wegen der Freilichtbühne bestehe hier Handlungsbedarf, meint Nowak. Viele Autofahrer nutzten die Straße auch generell als Abkürzung, ganz unabhängig von Sperrungen oder Baustellen, wie zuletzt auf der Schertlinstraße. 3000 Autos passieren laut einer Zählung während einer verdeckten Tempomessung täglich die Hochfeldstraße. Das ist zwar vergleichsweise wenig, doch das Verhalten der Fahrer gehe laut Nowak nun einmal gar nicht.

"Radfahrer werden gefährlich überholt und an verschiedenen Stellen geschnitten, Autofahrer, die 30 fahren, werden gerne mal angehupt und bedrängt", klagt Nowak. Zudem seien die Tempo-30-Schilder zu klein und würden so von Verkehrsteilnehmern übersehen. Somit seien "die kreuzenden Schulwege zur Roten-Tor-Schule und der Weg zum Bahnhof Haunstetter Straße nur noch vorsichtig zu begehen", sagt der Stadtrat. Er regt daher an, deutlicher auf die Geschwindigkeitsbegrenzung hinzuweisen - mit größeren Schildern oder zusätzlichen Bodenmarkierungen. Auch ein Tempomessgerät, das die Geschwindigkeit der Fahrzeuge anzeigt, fände er sinnvoll.

Zudem schlägt Nowak eine Erweiterung des Tempolimits vor. Auf dem Abschnitt zwischen der Schertlinstraße und der Von-der-Tann-Straße sind nämlich 50 Stundenkilometer erlaubt. Der Grund: Dort grenzen der Friedhof und die Justizvollzugsanstalt an die Fahrbahn an. Tempo 30 ist aber nur in Wohngebieten umsetzbar. Weil das Prinz-Karl-Viertel zur Schertlinstraße hin entsteht, könnte diese Bedingung jedoch bald erfüllt sein.

Einen kleinen Erfolg hatte Nowaks Anfrage immerhin schon. Das Tiefbauamt werde eine Ausdehnung des 30er-Bereichs Richtung südlicher Hochfeldstraße prüfen, heißt es. Auch eine weitere Geschwindigkeitsmessung solle beantragt werden. Damit rasante Fahrer wie Jake und Elwood auf der Hochfeldstraße bald eher einen langsamen Blues als schwungvollen Rock'n'Roll auf die Piste legen.
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