Bürgerentscheid in Gersthofen: Die Strasser-Villa darf abgerissen werden

Die Strasser-Villa in Gersthofen. (Foto: Siegfried P. Rupprecht/Archiv)

Es ist entschieden: Die Strasser-Villa darf abgerissen werden. Das hat der Bürgerentscheid am Sonntag in Gersthofen ergeben. Am Ende stimmten 4470 mit Nein und sprachen sich gegen den Erhalt der Villa aus. Nun ist der Weg frei für eine neue Bebauung des Gersthofer Lochs.

Die Frage des Bürgerentscheids lautete: „Muss die Strasser-Villa freistehend im Eigentum der Stadt bleiben und darf dieses Gebäude auch nicht abgerissen werden?“ Das heißt: Wer den Abriss des Gebäudes nicht wollte, musste mit „Ja“ stimmen. Die Befürworter des Abrisses mussten „Nein“ sagen. Am Ende stimmten 4081 für "Ja", 4470 stimmten für "Nein".

Seit vielen Jahren klafft im Zentrum von Gersthofen ein Loch. Verbunden mit den aktuellen Bauplänen, die die brachliegenden Flächen in eine neue „Gersthofer Mitte“ umwandeln sollen, ist aber auch der Abriss eines Gebäudes auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Die Strasser-Villa, ein Bauwerk aus den 1920er Jahren, soll für das neue Zentrum weichen.

Die Pläne des Investors Peter Pletschacher sehen vor, das berühmte Gersthofer Loch endlich zuzubauen. In knapp zweijähriger Bauzeit soll eine „Goldene Mitte“ entstehen, mit einem mehrstöckigen Gebäudekomplex, in dessen Erdgeschoss Geschäfte und Gastronomie Platz finden. In den oberen Bereichen wäre Platz für Wohnungen, Büros und Praxen. Zudem soll es einen „goldenen Kulturwürfel“ geben. Weichen müsste dafür aber eben auch die Strasser-Villa.

In dieser sogenannte Variante C, für die sich der Gersthofer Stadtrat zuletzt aussprach, würde die Bahnhofstraße zur verkehrsberuhigten Zone, das Projekt soll eine Ergänzung zum bestehenden Gersthofer City-Center sein.

Widerstand gegen die Pläne kam von der Bürgerinitiative „Werte erhalten, Neues gestalten“. Sie sammelte 2000 Unterschriften, die zum Bürgerentscheid führten.

Pletschacher stellte die Variante C im Sommer 2016 als nunmehr dritten Anlauf vor. Die Stadt Gersthofen betonte vor Kurzem noch einmal, dass „weitergehende Fragen zum Bauprojekt an sich oder zur Verkehrsführung nicht Inhalt des Entscheids“ seien. Die Verwaltung arbeite weiter an der Innenstadtplanung – unabhängig vom Ergebnis. (jaf/mh)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.