Bürgerversammlung Königsbrunn steht vor großen Aufgaben

Die Gespräche zur Sanierung der Königstherme laufen. Die Einrichtung hofft auf einen Millionen-Zuschuss der Stadt.

Viele wichtige Themen und aktuelle Probleme stehen für die Stadt Königsbrunn auf der Tagesordnung, so dass Bürgermeister Franz Feigl statt wie sonst im Herbst jetzt eine Bürgerversammlung im Trachtenheim einberief. Das platzte schier aus allen Nähten, so groß war das Interesse der Bevölkerung daran, was sich im Laufe dieses Jahres alles tut. Und das ist eine ganze Menge, wie Feigl und seine Mitarbeiter aus der Verwaltung berichteten: Die Stadt steht vor einer Reihe großer Aufgaben, die teils auch erhebliche Finanzmittel erfordern.

Ein bisher ungelöstes Problem ist die Unterbringung von rund 300 Asylbewerbern, die der Landkreis dieses Jahr der Stadt zuweist. 30 werden ab Mai im Martin-Luther-Haus Quartier beziehen, für weitere 60 soll auf dem Gelände des Kolping-Bildungswerks an der Germanenstraße, das die Stadt vor zwei Jahren erworben hat, eine Unterkunft entstehen. Dafür will die städtische Gesellschaft für Wohnungsbau und Gewerbeansiedlung (GWG) das Werkstattgebäude umbauen. Doch der ständige Strom von Flüchtlingen aus Serbien und Syrien, Afghanistan oder Albanien reißt nicht ab und so fehlen trotz Baumaßnahmen geeignete Räume für fünf Dutzend Menschen. Zu große, kasernenartige Gemeinschaftsunterkünfte hätten aber keinen Sinn, sagte der Bürgermeister und warb um Verständnis für die Probleme der Asylsuchenden.

Problem Nummer zwei ist die notwendige Sanierung der in die Jahre gekommenen Königstherme, die zudem unter dem Konkurrenzdruck moderner Freizeitanlagen wie in Bad Wörishofen oder Erding leidet. Die privat betriebene Einrichtung hofft auf einen Millionen-Zuschuss der Stadt und im Rathaus liegt dazu auch ein Gutachten; laut Feigl gibt es derzeit aber nur intensive Gespräche ohne konkretes Ergebnis. "Nicht nur, was die künftige Tarifgestaltung angeht, ist das ein schwieriges Thema!"

Eine weitere wichtige Aufgabe stellt die Zentrumsplanung dar, die urbanes Leben ins Straßendorf Königsbrunn bringen soll. Zur attraktiven Gestaltung des öffentlichen Raums ist ein Workshop mit mehreren Planern vorgesehen und zwei Bebauungspläne sind in Arbeit - aber all das kostet Geld und wird zur Verschuldung der Stadt beitragen. Interessante Zahlen zum aktuellen Haushalt, der 1500 Seiten füllt, erläuterte in der Bürgerversammlung Kämmerer Egon Köhler.

Doch es gab die zahlreichen Zuhörer im Trachtenheim auch erfreuliche Nachrichten: So konnten kürzlich die Kindertagesstätte am Ilsesee und das nagelneue Jugendzentrum eröffnet werden. Und die Telekom will fünf Millionen Euro in den Breitbandausbau investieren, so dass die Königsbrunner bis zum Jahresende schneller ins Internet kommen. "Das ist ein technischer Quantensprung für viele Bürger, für den die Stadt nichts bezahlen muss", freute sich Feigl.

Dank dem Datenturbo namens Vectoring - eine besondere Technik, die Kupferkabel verstärkt - können Architekten, Grafiker und alle anderen Bürger künftig große Datenmengen empfangen oder versenden, ohne sich wie bisher in Geduld üben zu müssen. Nach Abschluss der notwendigen Arbeiten sollen die Königsbrunner mit bis zu 100 Mbit/s download und mit bis zu 40 Mbit/s upload versorgt sein. Es werden 49 neue hochmoderne Telefonverteilerschränke, die sich an Wegen und Straßen befinden, neu und weitere 85 umgebaut, damit die Glasfaser näher an die Haushalte gebracht wird.

Auf den letzten Metern bleibt die Kupferverkabelung, die aber mit spezieller Technologie optimiert wird. Die notwendigen Tiefbaumaßnahmen sind bis Juli geplant, wobei im Stadtgebiet stellenweise mit geringen Behinderungen zu rechnen ist.
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