CSU Gersthofen fordert zentrumsnahe Sportalle

In ihrem "Fahrplan Bäder und Sport" sprechen sich die Christsozialen für die Zentrumsnähe aus. Kritik kommt von Michael Wörle. Er befürchtet noch mehr Belastungen für die Anwohner.

Die CSU macht sich bei der Zusammenlegung von Hallen- und Freibad mit dem Bereich rund um die Gerfriedswelle und die TSV-Arena für einen zentrumsnahen Standort stark. Das geht aus einem Fahrplan des Arbeitskreises "Bäder und Sport" der CSU-Stadtratsfraktion mit Sandra Meitinger, Johanna Aman und Max Poppe hervor. Darin werben die Christsozialen in einem Sechs-Punkte-Programm für ihr Konzept.

Punkt 1 beinhaltet im Bereich des Rosenbergplatzes (dem heutigen Rasenspielfeld östlich des Badgeländes) den Neubau eines Hallenbads mit 50-Meter-Becken und Sprungturm. Ein Sauna - und Wellnesssektor mit Zugang zu einem Wärmebecken im Freien soll ebenfalls im Gebäude integriert werden. „Durch die Verlegung des jetzigen Hallenbads an der Brucknerstraße gewinnen wir dort Platz, um an der Pestalozzischule den dringend notwendigen Ganztagesbereich für die Grundschüler auszubauen“, so die CSU.

Punkt 2 verweist auf ein zentrales Verbindungsgebäude mit Gastronomie zwischen Sportgelände und Ganzjahresbad. Dieser Bau könne aus Sicht der CSU die Bewirtung von Hallenbad, Freibad und TSV-Anlage sicherstellen.

Punkt 3 sieht einen Sportturm mit Verwaltungsräumen und Infrastruktur für die Außensportanlage vor. Hier schwebt der CSU an Stelle der stark sanierungsbedürftigen TSV-Turnhalle in Zusammenarbeit mit dem Sportverein langfristig ein modernes Mehrzweckgebäude mit verschieden großen Räumen, Kraftraum, Umkleidekabinen und Kegelbahnen im Keller vor. Damit könne besser auf die individuellen Bedürfnisse der Sporttreibenden eingegangen werden, heißt es. „Der TSV kann so zukünftig den Anforderungen an einen leistungsstarken und
modernen Verein voll gerecht werden“, verdeutlicht die CSU.

Erweiterung des bereits vorhandenen Sportparks


Punkt 4 fordert einen großzügigen Erhalt der bestehenden Infrastruktur und eine Erweiterung des bereits vorhandenen Sportparks. Die Überlegungen des CSU-Arbeitskreises gehen dahin, die Beachvolleyball-Anlage um ein zusätzliches Feld zu erweitern und den Basketballplatz vom Laubenweg dorthin zu verlegen. Die freiwerdende Fläche an der Straße würde dann für weitere Parkplätze zur Verfügung stehen.

Der jetzige Kunstrasenplatz soll zu einem Kleinspielfeld umfunktioniert werden. Das große Spielfeld und der große Kunstrasenplatz und die Zuschauertribüne bleiben bestehen. Als Ersatz für die weggefallenen Spielfelder sollen die Rasenflächen an der Schubertstraße zur Verfügung stehen. Der TSV brauche dafür ein uneingeschränktes Nutzungsrecht, so die CSU-Planung.

Punkt 5 widmet sich der Erweiterung der Parkplätze. Durch eine Optimierung der Parkplatzflächen entlang der Sportallee sowie der Neuerrichtung weiterer Stellplätze auf der Eingangsseite des neuen Hallenbads am Laubenweg könne die Anzahl der Stellplätze nahezu verdoppelt werden, betont die CSU. „Ein Zugang vom großen Parkplatz bleibt erhalten und ein Gehweg wird Hallenbad, Mehrzweckturm und Parkplatz fußläufig verbinden“, so der „Fahrplan Bäder und Sport“ weiter.

Punkt 6 befasst sich mit einer besseren Anbindung an den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) durch die Errichtung einer neuen Haltestelle im Bereich der Kanalstraße und direkte Anbindung an die Haltestelle an der Ludwig-Herman-Straße.

„Zudem sollte die Stadt alle Möglichkeiten prüfen, die Wegeführung für Fußgänger und Radfahrer von der Haltestelle an der Ludwig-Herman-Straße zum Schwimmbad zu optimieren“, regt die CSU an. „Der heutige Haupteingang des Freibads könnte mithilfe von Kassenautomaten erhalten bleiben, um einen personaleffizienten Betrieb zu gewährleisten.“

Auf wenig Zustimmung stieß der „Fahrplan Bäder und Sport“ bereits vor den Kommunalwahlen beim Bürgermeisterkandidaten von SPD und Freie Wähler, Michael Wörle. Der Vorschlag scheitere bereits an den Mindestanforderungen und Wünschen der Gersthofer Bürger, meint er.

Die vorgelegte Konzeption sehe einen zusätzlichen Parkplatz am Laubenweg vor. Mit dann drei voneinander unabhängigen Parkplatzflächen komme es zwangsläufig zu noch mehr Verkehr und Beeinträchtigung der Anwohner. „Die Parkplatzsuche geht verstärkt mitten durch das Wohngebiet und die Nutzer der Kleingartenanlage werden ebenfalls unnötig belastet“, resümiert Wörle.

Als „zweiten wesentlichen Schwachpunkt“ wertet Wörle die zwangsweise Kürzung der Jugendarbeit beim TSV. Der Wegfall von zwei Großfeldern könne nach Aussage von Verantwortlichen der TSV-Fußballabteilung durch die geplanten Ersatzflächen nicht aufgefangen werden, äußert er. Diese seien bereits heute vom TSV umfangreich genutzt, so dass dies zwangsläufig zu Kürzungen in der Kinder- und Jugendarbeit führen würde.

Wörles Fazit: Die CSU-Festlegung auf den Standort Sportallee bringe noch mehr Belastungen für die Anwohner und Gäste bei gleichzeitigen empfindlichen Kürzungen beim TSV. In seinen Augen sei dies eine „halbherzige Lösung zu Lasten der Gersthofer“.

„Eine vorzeitige Festlegung auf den Standort Sportallee, wie ihn CSU und W.I.R. fordern, ist falsch“, stellt Wörle fest. „Zuerst muss das Konzept stehen, und dann die Standortdiskussion. Nicht umgekehrt.“
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.