Curt-Frenzel-Stadion: Zweiter Prüfbericht wird noch lange auf sich warten lassen

Anspruch und Wirklichkeit: Die Fassade des Curt-Frenzel-Stadions sorgte für reichlich Unmut bei den Panther-Fans. Statt einer „leuchtenden Eisscholle“ (links) wie erwartet, gab es Disco-Optik (rechts). Wie sich herausstellte war die leuchtende Fassade von Anfang an nicht umsetzbar. Sie würde die Grenzwerte für Lichtemission überschreiten – irgendwie typisch für den Umbau. Grafik/Foto: Hermann + Öttl, George Stadler

Der Umbau des Curt-Frenzel-Stadions ist zu einer Lehrstunde über missglückte kommunale Bauprojekte geraten. Noch sind längst nicht alle Aspekte aufgeklärt, etwa über die politische Verantwortung oder zu Kosten und Finanzierung des Umbaus. Eine entsprechende Prüfung durch den bayerischen Kommunalen Prüfungsverband (bKPV) wird noch länger auf sich warten lassen.

„Dem Baureferat ist kein neuer Sachstand zu dem Thema bekannt“, lautet die ernüchternde Antwort auf die Nachfrage nach dem zweiten Prüfbericht zum Curt-Frenzel-Stadion. „Wann der bKPV einen solchen fertigt, entzieht sich unserer Kenntnis. Nach unserer Einschätzung soll dies wohl erst nach Abschluss der Maßnahme durchgeführt werden.“ Im November 2013 hatte der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, die Prüfung durch den bKPV zu veranlassen.

Passiert ist nicht viel, obwohl der Auftrag deutlich aufgegliedert war in einen Check der Jahre 2011 bis 2013 und einen für die Gesamtmaßnahme, nach deren Abschluss. Letzteres kann noch dauern, denn zur Gesamtmaßnahme müssen auch die Eisbahn II und die Außenanlagen gerechnet werden. Bei diesem Tempo ist es unwahrscheinlich, dass sich OB Kurt Gribl und seine Referenten noch in der laufenden Legislaturperiode mit dem Prüfbericht auseinander setzen müssen.

Lange hatten die Augsburger Grünen die Eisstadion-Aufklärung vorangetrieben. Sie waren es auch, die den zweiten Prüfbericht beantragt haben und beim Thema Frenzel-Stadion stets medienwirksam nach vorne preschten. Ein öffentlicher Bandencheck hier, ein verbaler Schlagschuss dort. Seit die Fraktion der Regierung angehört, haben die Grünen das aggressive Forechecking jedoch gebremst.

„Das Arbeiten in Oppositionszeiten ist eben ein anderes als in Regierungszeiten“, erläutert Fraktionschefin Martina Wild. Man könne nichts gemeinsam schaffen, begründet sie, „wenn man den andern ständig öffentlich anprangert“. Wild verspricht aber, dass „wir an dem Thema nach wie vor dran sind“. Sie kündigt an, einen Sachstandsbericht bei der Stadtverwaltung zu beantragen. Offiziell dürfe sie sich nicht selbst an den Prüfungsverband wenden, erklärt Wild, die ergänzt, dass weder Baureferat, WBG oder AGS neue Informationen wegen des Berichts hätten.

Der solle laut der Fraktionschefin vor allem endlich aufklären, „wie viel das Stadion wirklich gekostet hat“. Die Frage, wer nun die Schuld am Architektenfehler trage, sei „nicht unser Mittelpunkt“, sagt Wild. Nicht mehr. Im Dezember 2013 hatte sie noch in einer Pressemitteilung geschrieben, dass die Grünen „nach wie vor verlangen, dass die Stadtregierung klarstellt, wer für die massiven Umplanungen beim Umbau des Stadions verantwortlich zeichnete“.

Es seien „am Stadtrat vorbei die Ziele der CFS-Sanierung verändert worden, indem zum Beispiel die Anzahl der Plätze erhöht wurde. Durch die Neuplanungen wurden die Kosten in die Höhe getrieben. Das hat mit dem Fehler der Architekten nichts zu tun“, wird die Fraktionschefin damals zitiert – aber das waren schließlich Oppositionszeiten.

Von Markus Höck und David Libossek
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