Das bedeutet ein Brexit für Schwaben


- Schwabens Wirtschaft sieht einen möglichen Brexit mit gemischten Gefühlen entgegen. Aus einer aktuellen IHK-Befragung unter 600 auslandsaktiven Firmen Schwabens geht hervor, dass, sollte Großbritannien aus der EU austreten, etwas mehr als die Hälfte Auswirkungen auf die eigenen Geschäfte befürchtet, während die andere Hälfte dies verneint.

Denn etwa drei Viertel der befragten Unternehmer mit Aktivitäten im Vereinigten Königreich exportieren Waren und Dienstleistungen über den Ärmelkanal, etwa jeder zehnte hat dort eine eigene Niederlassung oder Produktion. Daher äußerten über zwei Drittel der Befragten die Sorge, dass im Falle eines EU-Austritts wieder Zollabgaben, bürokratische Einfuhrabwicklungen und Verzögerungen aufgrund von Grenzkontrollen drohen. Auch bei ihrer Dienstleistungserbringung vor Ort befürchten viele schwäbische Manager zusätzliche Hürden, die Zeit und Geld kosten. Über 50 Prozent dieser besorgten Unternehmergruppe erwartet Umsatzeinbußen, zum Teil sogar gravierende. Allerdings befürchtet nur eine Minderheit von unter zehn Prozent, dass es tatsächlich zu einem Abbruch von Geschäftsbeziehungen kommen könnte. Doch auch wenn etwa 60 Prozent aller Befragten Negativfolgen eines Brexit für Schwabens Wirtschaft aufgrund erschwerter Geschäftsabwicklung vermuten, so lässt das anstehende Referendum die große Mehrheit von rund 80 Prozent ihre UK-Aktivitäten unverändert umsetzen, nur vereinzelt wurde die Revidierung von Umsatzplanungen genannt.

Dass sich ein Austritt Großbritanniens negativ auf die EU insgesamt auswirken würde, davon sind 70 Prozent der befragten Unternehmer überzeugt. Knapp 65 Prozent der Befragten bezogen dies auf wirtschaftliche Gesichtspunkte. Eine politische Schwächung attestiert knapp die Hälfte der Befragten der Union.
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