Denkmal trifft Zukunft: Staatsbibliothek wird für 24 Millionen Euro saniert

Der Entwurf des Berliner Architekten Max Dudler ist von der Jury mit dem ersten Preis ausgezeichnet worden. Fotos: Staatliches Bauamt Augsburg

Die Staats- und Stadtbibliothek muss saniert werden, denn das denkmalgeschützte Gebäude entspricht laut Staatlichem Bauamt Augsburg nicht den Anforderungen an eine moderne Bibliothek. Bereits im Dezember 2012 war die Einrichtung in den Besitz des Freistaats übergegangen. Seither hat sie die Aufgaben einer "regional orientierten Forschungsbibliothek". Um dieser Funktion gerecht zu werden und um bauliche Missstände im Bestand zu beheben, muss das Gebäude grundlegend renoviert und erweitert werden.

Im Architektenwettbewerb für die Sanierung ist nun die Entscheidung gefallen: Das Architekturbüro Max Dudler ist nach einer Jury-Entscheidung mit dem ersten Preis ausgezeichnet worden.

"Der Siegerentwurf überzeugt sowohl von der städtebaulichen Einordnung als auch von der Ästhetik und der variablen Funktionalität", wird Kunstminister Ludwig Spaenle in einer Pressemitteilung zitiert. Mit Max Dudler, einem Architekten von internationalem Rang, der bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat, könne nun "in Augsburg ein Leuchtturmprojekt des staatlichen Bibliotheksbaus realisiert werden", frohlockt der Minister.

Hierfür sei, vorbehaltlich der haushaltsrechtlichen Genehmigung, der Baubeginn für 2018 vorgesehen. Das Projekt soll rund 24 Millionen Euro kosten, es sollen zusätzliche Räume für Ausstellung, Veranstaltung und einen zeitgemäßen Forschungsbetrieb entstehen. Geplant ist zudem eine klimatische Ertüchtigung, ein Ausbau der Magazinflächen, eine barrierefreie Erschließung und eine allgemeine energetische Sanierung des Bestandsgebäudes.

Das Raumprogramm beläuft sich auf circa 4700 Quadratmeter Nutzfläche und beinhaltet darin einen Ausleih- und Informationsbereich, einen Veranstaltungs- und Kommunikationsbereich, einen Verwaltungsbereich, einen Lese- und Arbeitsbereich und einen Magazinbereiche. Diese verteilen sich auf einen Erweiterungsbau und das Bestandsgebäude.

Aus 100 Bewerbern wurden 25 Architekten ausgewählt. Anfang August wurden von einem fünfzehnköpfigem Preisgericht unter dem Vorsitz von Architekturprofessor Arno Lederer aus Stuttgart die Preisträger ermittelt. In der Wettbewerbsjury waren neben Vertretern des Nutzers und der Stadt Augsburg auch der Stadtheimatpfleger Hubert Schulz und der im Bibliotheksbau erfahrene Professor Karl-Heinz Schmitz aus Weimar vertreten.

Wesentlich für die Beurteilung der Arbeiten waren neben der städtebaulichen Qualität und dem Umgang mit dem Bestandsgebäude auch die funktionalen Betriebsabläufe in der Bibliothek. Der "Wettbewerbsbeitrag überzeugt durch einen Entwurf, der sich städtebaulich in die umgebende Bebauung einfügt und schlüssig in dem vorhandenen Grünraum situiert ist. Die städtebauliche Anordnung ermöglicht dabei eine funktional sehr vorteilhafte Verbindung von Bestand und Erweiterungsbau über eine großzügige Verbindungszone, die an das vorhandene Prachttreppenhaus angeschlossen ist und dieses aktiviert", heißt es in der Begründung.
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