Die Gefahr der Altersarmut: Kritische Töne vom Ex-Ministerpräsidenten bei Empfang in Augsburg

Kein Geld im Alter (Symbolbild). (Foto: perfectlab, 123rf.de)

In seiner Rede auf dem Herbstempfang des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) würdigte der ehemalige Ministerpräsident Günther Beckstein die wertvolle Arbeit von Frauenverbänden wie dem SkF: "Es gibt auch in unserem reichen Land viele Notlagen, bei denen es wichtig ist, dass haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anpacken."

Aus Sicht von Günther Beckstein sind Frauen stärker von Armut gefährdet als Männer. "Wenn eine Beziehung scheitert, ist meist die Frau schlechter gestellt, da sie ein geringeres Einkommen hat. Deshalb entsteht schneller eine Gefahr, abzurutschen." Auch aus diesem Grund sei er heute kritischer zum traditionellen Familienbild eingestellt.


Aus der ungleichen Verteilung von Einkommen resultiert für ihn das "Megathema", nämlich die drohende Altersarmut gerade von Frauen. In Phasen von Niedrigzinsen zeige sich, dass auch propagierte Wege wie die private Vorsorge ihre Grenzen haben und dass vor allem Frauen mit geringem Einkommen und längeren Pausen in der Erwerbsarbeit trotz eines lebenslangen Engagements im Alter schlecht versorgt seien. Sorgen bereitet dem ehemaligen Ministerpräsidenten auch die Entwicklung im Bereich der Pflege. Die Politik müsse hier weitere Reformen anstreben, um eine dauerhafte und qualitativ hochwertige Pflege zu ermöglichen: "Der humane Charakter einer Gesellschaft zeigt sich daran, wie man mit alten und schwachen Menschen umgeht. Deshalb gibt es hier noch viel zu tun."


Zuvor hatte die Vorsitzende des SkF, Doris Hallermayer, darauf hingewiesen, dass der SkF durch sein Engagement vor allem Hoffnung geben will. Dies stoße jedoch immer wieder an Grenzen. Aktuell benötige der SkF Unterstützung bei der Suche nach einem Gebäude, in dem eine Frauenpension untergebracht werden kann. In einer solchen Unterkunft könnten Frauen, die von Obdachlosigkeit bedroht oder betroffen sind, eine Perspektive für sich entwickeln.


Zum Abschluss berichtete Martina Kobriger von den aufwendigen Sanierungen des Afraheims im Domviertel. Hier engagiert sich die Diözese mit zwölf Millionen Euro, um eine zukunftsfähige und großzügigere Unterbringung von Seniorinnen und Senioren zu ermöglichen. (pm)
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