Die Stadt dimmt das Rotlicht: Bordelle nur noch in ganz bestimmten Gebieten möglich

Die Bauverwaltung der Stadt Augsburg hat ein Konzept „zur Steuerung von Bordellen, bordellartigen Betrieben und sexbezogenen Vergnügungsstätten“ erarbeitet. (Symbolbild) (Foto: stockcrafter, 123rf.de)

Noch in rund 25 Bereichen in der Stadt Augsburg werden künftig Neuansiedlungen von Bordellen möglich sein. Das regelt das Konzept "zur Steuerung von Bordellen, bordellartigen Betrieben und sexbezogenen Vergnügungsstätten" der Bauverwaltung, mit dem sich am Donnerstag der Bauausschuss befasste.

Allerdings: auch in jenen Gebieten kann die Stadt Bordellbetreibern eine Abfuhr erteilen. Bei Bauanträgen in den prinzipiell zugelassenen Bereichen laufe es auf Einzelfallentscheidungen hinaus, erklärte Baureferent Gerd Merkle.

Für alle anderen Stadtgebiete soll künftig ein fixes Prüfschema helfen, Anträge von Bordellbetreibern abzulehnen - und damit im Zweifelsfall auch vor Gericht zu bestehen, sollte ein Betreiber gegen die Entscheidung der Stadt klagen.

Das neue Prüfraster erlaubt Rotlicht-Gewerbe - wie bisher auch - nur in Gewerbegebieten. Das Konzept schließt allerdings "hochwertige Gewerbegebiete" oder "Gewerbegebiete mit Aufwertungsprogramm" aus, ebenso Gebiete, in dem vorwiegend produzierendes Gewerbe angesiedelt ist.

Gesteuert wird die Verbreitung von Bordellen also weiterhin ausschließlich über das Baurecht. Ein Gesamtkonzept, das im Ordnungsreferat angesiedelt war, scheiterte zuvor an "grundlegend unterschiedlichen Auffassungen" mit dem beauftragten Stadtplanungsbüro. Dessen, aus Sicht der Verwaltung, unzulänglicher Konzept-Entwurf kostet die Stadt einen niedrigen fünfstelligen Betrag. (jaf)
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