Diskussion um das Theater geht weiter: Sanierungsgegner werfen Stadt mangelnde Kooperationsbereitschaft vor

Die Sanierungsgegner haben nun zum Gutachten des TÜV Stellung genommen. (Foto: David Libossek)

Das Theater könnte durch wenige bauliche Maßnahmen den Spielbetrieb wieder aufnehmen – an dieser Meinung halten die Sanierungsgegner vehement fest. Auch noch nach dem Gutachten des TÜV, das kürzlich bescheinigt hat, dass die Schließung des Großen Hauses gerechtfertigt gewesen sei. In einer Pressekonferenz haben die Initiatoren des Bürgerbegehrens nun zu diesem Gutachten Stellung genommen. Der Stadtregierung werfen sie mangelnde Transparenz und Kooperationsbereitschaft vor.

Er stelle die Ergebnisse, die der TÜV vergangene Woche inseiner Vorabstellungnahme erläutert hat, nicht in Frage, erklärt der Bausachverständige Wolfgang Rösener. Das Große Haus habe geschlossen werden müssen. Dass es aber keine Alternative zu einer – und das sei der entscheidende Unterschied – dauerhaften Schließung gebe, sei „definitiv falsch“. Er hält an seiner Meinung fest, dass das Theater durch einfache und kostengünstige Maßnahmen den Spielbetrieb wieder aufnehmen könnte.
Rösener hatte vergangene Woche ein Gutachten vorgelegt, in dem er die Alternative ausführlich beschreibt. So könnten etwa die Leuchten in der Decke der Garderobe entfernt und die entstandenen Löcher mit Platten abgedeckt werden. Dadurch könne im Fall eines Brandes kein Rauch mehr in die Decke zwischen Garderobe und Zuschauerraum gelangen. Das sei lediglich „eine vorgezogene Maßnahme, die auch in der Generalsanierung gemacht würde“. Für einen möglichen Brand in der Zwischendecke schlägt der Sachverständige Brandschutzklappen vor. „Wenn die Temperatur ansteigt, machen die Klappen zu.“ Insgesamt beliefen sich diese beiden Maßnahmen auf rund 95 000 Euro, erklärt Rösener. Hinzu kämen noch die Kosten für neue Leuchten. Der TÜV hatte in seinem Gutachten die Vorschläge Röseners als „nicht dazu geeignet, die festgestellte erhebliche Gefahr zu reduzieren“ bezeichnet.
Wie Rösener weiter erläutert, habe die Stadt bereits 2010 ein renommiertes Münchener Büro mit der Erstellung eines Brandschutzkonzeptes beauftragt. Dieses habe schon damals vermerkt, dass die Decke über der Garderobe untersucht werden müsste. „Seitdem ist bis Mai 2016 nichts passiert. War da die Gefahr für Leib und Leben der Zuschauer nicht so wichtig?“, stellt Rösener der Stadt eine rhetorische Frage.
Die Initiative Kultureller Stadtentwicklung Augsburg (IKSA) unterstellt der Stadt mangelnde Transparenz: „Es wurden bis heute keine finanziellen, personellen und logistischen Auswirkungen der vorzeitigen Schließung bekannt gegeben.“ Sie ist außerdem der Meinung, der Stadt fehle es an Kooperationsbereitschaft. Bereits im Mai habe das Augsburger Ingenieurbüro Sauter angeboten, zusammen mit den zuständigen Referaten ein Konzept auszuarbeiten, wie das Theater weiter bespielt werden könnte. Rösener selbst habe darum gebeten, bei der TÜV-Begehung dabei sein zu dürfen. Beide Anfragen habe die Stadt ignoriert. Wie Rösener berichtet, habe er Kurt Gribl erneut um ein Gespräch gebeten. Eine Antwort stehe noch aus.

Kristin Deibl
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