Energiefusion: "Gut" oder doch "gefährlich"?

Die Stadt unter Strom: Die geplante Energiefusion beschäftigt auch die Bürger. Foto: Janina Funk
 
Nicole Saini Foto: StaZ

Die mögliche Fusion der Stadtwerke mit Erdgas Schwaben beschäftigt auch die Bürger. Trotz vieler unterschiedlicher Meinungen, eines wünschen sich alle: Mitreden dürfen.

Das Bürgerbegehren der Bürgerinitiative "Augsburger Stadtwerke in Augsburger Bürgerhand" ist rechtlich unzulässig. Zu diesem Ergebnis kommt nun zumindest auch das Gutachten, das die Grünen in Auftrag gegeben haben. Ausführlich soll es in der Stadtversammlung am Mittwoch vorgestellt werden.

Die Grünen wollen nun einen anderen Weg gehen. "Wir wollen, dass die Augsburger Bürgerinnen und Bürger über die Frage einer Fusion der Stadtwerke Energie mit Erdgas Schwaben entscheiden können und nicht in den Wirren der rechtlichen Auseinandersetzung hingehalten und verunsichert werden. Deshalb werden wir nun ein Ratsbegehren voranbringen", so die Fraktionsvorsitzende Martina Wild.

Energiefusion: Ein "sehr heikles Thema"


Mitentscheiden würde auch gerne Nicole Saini . Die 19-jährige Altenpflegerin gehört zu den Augsburgern, die an unserer Straßenumfrage zur Energiefusion teilgenommen haben. Sie findet es "schlecht, dass die Bürger bisher nicht gefragt wurden." Sie kann sich allerdings gut vorstellen, dass die Stadtwerke von dem Zusammenschluss profitieren könnten und das Ergebnis gut für Augsburg wäre. Ralf Winkler ist sich hingegen noch nicht ganz sicher, ob die Fusion etwas Gutes oder etwas Schlechtes wäre. Das komme ganz darauf an, ob auch die Bürger von den Einnahmen profitieren würden, die die Stadtwerke durch einen Zusammenschluss erhalten. Der 57-jährige Flugzeugbauer ist Kunde der Stadtwerke und findet, dass die Bevölkerung nicht genug informiert wurde. Ralf Winkler ist überzeugt: "Da hätten sich mehr Leute in Bewegung setzen müssen."

"Gefährlich", findet es Kianusch Shirvani, wenn so eine Entscheidung über die Köpfe der Menschen hinweg getroffen wird. Der 20-Jährige wünscht sich mehr unabhängige Information. Zu schlecht informiert fühlt sich auch der 17-jährige Stjepan Pejkic . Er würde sich wünschen, dass über solche Themen auch mal in der Schule gesprochen würde. Über die Energie in Augsburg sollte auch nur in Augsburg entschieden werden, findet er. Ähnlich sieht das Sonja Edelmann-Märker . "Was lokal betrieben werden kann, soll in keinem Fall ausgelagert werden", sagt die 45-jährige Krankenschwester.

Als "sehr heikles Thema", beschreibt Susanne Hoffmann die Energiefusion. Wenn es um Energie geht, sollte für 49-jährige Verkäuferin stets der Bürger und die Umwelt im Mittelpunkt stehen. Die Realität sei aber meist eine andere: "Es geht da doch nur ums Geld." Auch Marius Stastje sagt: "Da steht doch nur finanzielles Interesse dahinter. Er sehe "keinen Bedarf und auch keinen Grund für eine Fusion", so der 27-Jährige. Der 19-jährige Niklas Sonnenschein glaubt, dass sich bei einer Fusion nur Nachteile für den Verbraucher ergeben würden. Der Grafikdesigner fordert, dass die Bürger bei der Entscheidung gehört werden sollen.

Das will auch die Bürgerinitiative. Sie geht weiterhin von der rechtlichen Zulässigkeit des Bürgerbegehrens aus.
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