Gegen Abschiebung, gegen Erdogan: Augsburger setzen sich mit Kundgebungen zur Wehr

Zwei Demonstrationen haben am Samstag in der Augsburger Innenstadt stattgefunden. Am Moritzplatz versammelten sich rund 250 Menschen, um ein Zeichen gegen Abschiebungen nach Afghanistan zu setzen. Am Königsplatz kamen nur rund 25 Augsburger zu einer Kundgebung gegen das Erdogan-Regime zusammen.

"Die Anschläge halten an, kriegerische Auseinandersetzungen sind an der Tagesordnung. Bis auf weiteres hat Afghanistan als ein von Krieg und Terror geplagtes Land zu gelten. Dennoch hält die schwarz-rote Bundesregierung und ihre Erfüllungsgehilfen in zahlreichen Bundesländern an ihrer Abschiebepolitik fest. Aus diesem Grund hat der Augsburger Flüchtlingsrat zum nun schon sechsten
Mal zu einer Demonstration für ein friedliches Miteinander und gegen Abschiebungen in Krieg und Perspektivlosigkeit aufgerufen", schreibt der Flüchtlingsrat in einer Pressemitteilung.
250 Menschen folgten diesem Aufruf und taten nach der Auftaktkundgebung am Moritzplatz auf der Demoroute über Rathausplatz, Steingasse, Annastraße und
Königsplatz ihre Solidarität lautstark kund.

"Die stets schon absurden und ohne weiteres als wahlkampftaktisch motiviert dechiffrierbaren Äußerungen des Bundesinnenministers de Maizière zu den »sicheren« Regionen in Afghanistan – wozu wohlgemerkt auch die Hauptstadt Kabul gezählt wird – wurde erst jüngst wieder durch den verheerenden Anschlag auf ein Kabuler Krankenhaus konterkariert. 49 Menschen kamen bei dem Angriff der Terrormiliz IS ums Leben, über 79 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Dies ist jedoch nur der aktuellste traurige Höhepunkt der sich kontinuierlich verschlechternden Sicherheitslage in Afghanistan. Laut UN-Angaben stieg die Zahl der zivilen Opfer 2016 deutlich an, mehr als 1500 Menschen wurden verletzt oder getötet. Im Vergleich zu 2015 bedeutet das eine Steigerung um 75 Prozent", heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Vertreter des Augsburger Flüchtlingsrats, des Stadtjugendrings, von Tür an Tür, des Bert-Brecht-Kreises Augsburg e.V. und des Augsburger Regionalverbands Deutscher Sinti und Roma wollten bei der Auftaktkundgebung die menschenunwürdigen Abschiebepraktiken und die noch zu erwartenden Verschärfungen im Bereich der Asylpolitik thematisieren.
Die anwesenden Augsburger beschäftigen jedoch auch Probleme mit den Flüchtlingen, die nicht abgeschoben werden. "Viele hier warten verzweifelt auf eine Arbeitserlaubnis", berichtet eine Frau, die sich in einem Augsburger Helferkreis engagiert. Die offenen Stellen und Lehrstellen seien da, die Leute wollten arbeiten, dürften aber nicht.

Deutlich ruhiger verlief die Kundgebung am Königsplatz. Nur rund 25 Menschen waren gekommen, um die Demonstration gegen das Erdogan-Regime in der Türkei zu unterstützen. Kritik übten die Anwesenden aber auch an der deutschen Bundesregierung, die sich "viel zu wenig zur Wehr setzt".
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