Gesunde regionale Bio-Mittagessen an Augsburger Schulen: Unmöglich oder kinderleicht?

v. l. n. r. Christine Kamm, Stephanie Schuhknecht & Küchenchefin Lutterloh

Landtagsgrüne besuchen Schulen, um gesunde Ernährung auf den Teller zu bringen.


Montessori-Schule Augsburg zeigt, wie vegetarisches Mittagessen in Bioqualität aus der Region angeboten werden kann. Die Augsburger Landtagsabgeordnete Christine Kamm und Stadträtin Stephanie Schuhknecht besuchten am ‚Grünen Tag der Schulverpflegung‘ am 13. Mai 2016 die Montessori-Schule Augsburg. Mit dem bayernweiten Aktionstag möchten die Landtagsgrünen für mehr gesunde Lebensmittel an bayerischen Schulen einstehen. „Aus vielen Gesprächen wissen wir, dass die meisten Eltern und auch die meisten Schulen lieber gesunde Nahrung anbieten würden, anstatt Fast-Food und Fertiggerichte. Wir werden die Staatsregierung auch weiterhin auffordern, unter Einbindung der Kommunalen Spitzenverbände einen Maßnahmenkatalog zur gesunden Ernährung und Ernährungsbildung an Schulen umzusetzen. Dabei müssen Ernährungsbildung und das Essensangebot konzeptionell miteinander verschränkt sein“, fordert Kamm; Sprecherin für frühkindliche Bildung.

Vegetarische Bio-Nahrung kommt gut an

Die Schülerinnen und Schüler der Montessori-Schule Augsburg bekommen mittags ausschließlich vegetarische Menüs in Bioqualität aus der Region. Durch den Verzicht auf Fleisch und die Bezuschussung aus dem Schulgeld kann so ein täglich wechselndes Mittagsmenü in Buffet-Form angeboten werden. Geschäftsführerin Höpflinger sieht sich bestätigt, dass gesunde Nahrung gerne gegessen wird; auch ohne Fleisch. Nach ihren Angaben nehmen die meisten Mittel- und Oberstufenschüler das Essenangebot war, obwohl sie auch in der Stadt essen könnten. „Viele Schulen gehen mit gutem Beispiel voran. Die Vorteile einer gesunden Schulverpflegung in Verbindung mit einer Ernährungsbildung rechtfertigen eventuelle Mehrkosten. Die Grüne Forderung: Schulen Finanzierungsmöglichkeiten aufzuzeigen und einen Stufenplan zur Realisierung der notwendigen Investitionen in Küchen und Mensen zu erstellen und anzubieten, begrüße ich“, so Schuhknecht; finanz- und wirtschaftspolitische Sprecherin.

Studie: Zu viel Fleisch, zu wenige Früchte und Gemüse

Heute stehen die Entscheidungsträger in den finanziell klammen Kommunen zusammen mit den Schuldirektoren, die keine Systemgastronomie gelernt haben, vor der Frage: Wie bekommen wir die mittägliche Verpflegung am besten umgesetzt – gerade in Schulen ohne Mensen. Die Studie „So schmeckt Schule“ des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums belegt, dass das Mittagessen der bayerischen Schüler und Schülerinnen nicht annähernd alle Kriterien, welche die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für die Mittagsverpflegung an Schulen empfiehlt, erfüllt. „Die Studie zeigt, dass insbesondere Seefisch, Hülsenfrüchte und Gemüse zu selten angeboten werden. Fleisch und Fleischerzeugnisse hingegen sind in der Regel zu häufig auf den Speiseplänen zu finden. Hier muss dringend umgedacht werden“, so Kamm.
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