Grenzen für die Prostitution

In der jüngsten Stadtratssitzung hat der Ordnungsreferent Dirk Wurm über den Stand des geplanten Bordellstrukturkonzepts berichtet. Derzeit wird eine Ausschreibung für ein externes Planungsbüro erarbeitet, das das umfangreiche Konzept erstellen soll.

Seit im Februar die Pläne für ein Großbordell in Lechhausen bekannt wurden, arbeitet die Stadt an einem Strukturkonzept für das Rotlicht-Milieu. An dem Arbeitskreis sind viele Organisationen, wie der kriminalpräventive Rat, die Polizei, die Justiz, das Gesundheitsamt und die Frauenrechtsorganisation Solwodi beteiligt.

In einem ersten Schritt haben die Beteiligten den momentanen Sachstand erfasst. Sie haben versucht herauszufinden, wie viele Prostituierte, Bordelle und verwandte Einrichtungen es in Augsburg gibt. Im Vergleich zu anderen bayerischen Großstädten wie München oder Nürnberg sprach der Ordnungsreferent von einer „überdimensionierten Anzahl“.
Im zweiten Schritt hat der Arbeitskreis erfasst, wo Bordelle nötig, beziehungsweise möglich sind. Denn Bereiche um Kinderbetreuungseinrichtungen, Kirchen oder Sportplätze sind für Prostitution nicht zulässig. Hierbei stellte sich heraus, dass einige Sperrgebiete eventuell erweitert oder angepasst werden müssen.

Wurm betonte, dass es sich bei Augsburg um einen sehr großen Planungsraum handle. Deshalb konnten bislang nur Vorarbeiten geleistet werden. Mit der Erstellung des eigentlichen Strukturkonzeptes soll ein externes Planungsbüro beauftragt werden. Die Ausschreibung hierfür wird gerade vorbereitet. Ein Erstentwurf zum Planungskonzept soll schon im kommenden Jahr im Stadtrat vorgestellt werden. Die Zeit für das Konzept drängt, denn 2016 endet die Veränderungssperre, die die Stadt verhängt hat, um die Umsetzung des Bordells in Lechhausen zu verzögern.
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