Grüne und Jusos gegen AVV-Reform: Droht jetzt Streit innerhalb der Stadtregierung?

Im Hinblick auf die geplante AVV-Tarifreform ist man sich innerhalb der Stadtregierung nicht einig. (Foto: Janina Funk)

Der Kreisausschuss hat der geplanten AVV-Tarifreform, die zum 1. Januar 2018 in Kraft treten soll, bereits zugestimmt, wenn auch mit einigen Gegenstimmen. Heute wird auch der Augsburger Stadtrat über die Reform debattieren. Finanzreferentin Eva Weber von der CSU hat sich bereits vorab für die Reform ausgesprochen. Die Grüne Jugend und die Jusos hingegen lehnen die Tarife ab.

Auf Protest waren im Ausschuss besonders die deutlichen Erhöhungen für Einzelfahrten und die Einschränkungen bei günstigen Abos gestoßen.

Das Hauptanliegen der Tarifreform sei eigentlich ein einfacheres System für die Nutzer der Öffentlichen Verkehrsmittel, verteidigt Weber die Reform. Man dürfe nicht außer Acht lassen, den Gesamtnutzen zu sehen, anstatt sich an den kleinen Änderungen aufzuhalten, moniert Weber. Eine Tarifreform sei immer der kleinste gemeinsame Nenner. Im Fall des AVV ist das tatsächlich kein einfaches Unterfangen, da der Verkehrsverbund aus den Gebieten Friedberg, der Stadt Augsburg, dem Landkreis Augsburg und Dillingen besteht. Hinzu kommt noch die Deutsche Bahn. Einige mögliche Änderungen seien derzeit noch im Gespräch, so Weber. Dazu zähle die Möglichkeit der Einführung von sogenannten "Gleitenden Abos". Diese würden einen Monat ab dem Kaufdatum gelten. Ebenfalls in Betracht kämen günstigere Schülerabos.

Einig über die Tarifreform ist man sich jedoch nicht innerhalb der Stadtregierung. Bereits im Kreisausschuss stimmte SPD-Frau Margarete Heinrich gegen die Reform. Die Grüne Jugend und die Jusos haben sich nun in einem gemeinsamen Brief an die Grüne Stadtratsfraktion gewandt. "Leider mussten wir erfahren, dass ihr der geplanten Reform zustimmen wollt", heißt es darin. Damit würde eine Reform unterstützt, die den ÖPNV "teurer und unattraktiver" mache. Die Jusos fordern ein 365-Euro-Ticket nach Wiener Vorbild. Mit diesem könnten alle den ÖPNV für nur einen Euro am Tag und ohne zeitliche Einschränkungen nutzen.

(Von Svenja Fischer und Kristin Deibl)
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