IHK appelliert an den Augsburger Stadtrat: Steuersätze senken

Die IHK Schwaben appelliert an den Augsburger Stadtrat, die Gewerbesteuer zu senken. (Foto: Roman Van Nieuwenhuyse)

Es läuft gerade ganz gut für die Stadt Augsburg, auch finanziell. Eben erst hat die Regierung von Schwaben den Doppelhaushalt für 2017/18 genehmigt und außer einer kurzen Ermahnung zum weiteren Sparen keine Kritik angebracht. Die übt nun aber die IHK, gepaart mit einer Forderung.

Denn ein Grund für die Entspannung der städtischen Finanzlage ist nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer Schwaben (IHK) die positive Entwicklung der Augsburger Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen. Diese machten mehrheitlich gute Geschäfte, wie die aktuelle IHK-Konjunkturumfrage belegt. Und dies wiederum sei der Hauptgrund für die derzeit sprudelnden Steuereinnahmen der Stadt. Im laufenden Jahr rechnet die Kämmerei mit einem Gewerbesteueraufkommen von 176 Millionen Euro. Vor fünf Jahren lagen die Einnahmen bei 157 Millionen Euro, vor zehn Jahren sogar nur bei 127 Millionen Euro.

Unternehmen in Augsburg halten - und durch Steuersenkung locken

„Die Gewerbesteuer ist neben der Einkommensteuer die wichtigste Einnahmenquelle der Stadt. Damit diese nicht wieder versiegt, darf man sie mittelfristig nicht zu stark beanspruchen. Das bedeutet für Augsburg: Absenkung des bayernweit zweithöchsten Gewerbesteuerhebesatzes auf das Niveau von 2015“, stellt Michael Grandel, Vizepräsident der IHK-Regionalversammlung Augsburg Stadt fest. „Die Gewerbesteuer braucht eine breite Basis starker Unternehmen, also viele Betriebe mit nachhaltigen Gewinnerwartungen“, so Grandel weiter. Und hier spiele der Gewerbesteuerhebesatz eine wichtige Rolle, denn: Investitionen würden vornehmlich dort getätigt, wo mehr Geld in der Kasse bleibe.

Im Vergleich zu den Umlandkommunen aber auch zu den süddeutschen Großstädten ist Augsburg mit einem Hebesatz von 470 deutlich im Nachteil: Augsburger Unternehmen investieren im Umland – oder ansiedlungsinteressierte Unternehmen entscheiden sich gleich ganz gegen die Bezirkshauptstadt. „Das ist ein schleichender Prozess, den man nur in guten Zeiten stoppen kann“, ist Grandel überzeugt. Daher appelliert er an den Stadtrat: „Jetzt den eigenen Vorsatz für wieder sinkende Steuersätze von Gewerbe- und Grundsteuer umsetzen, damit es in ein paar Jahren kein böses Erwachen bei den kommunalen Finanzen gibt.“
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.