Kein Auftritt mit Löwe und Elefant in Augsburg: Streit um Wildtierverbot

Die Elefantenfütterung beim Circus Voyage im Herbst kam bei vielen Kindern gut an. Tierschützer verlangen dagegen ein Wildtierverbot. Foto: Benjamin Hille

Als der Circus Voyage im Herbst auf das Plärrergelände zur Elefantenfütterung eingeladen hatte, genossen zahlreiche Kinder die direkte Begegnung mit den Dickhäutern. Tierschutzorganisationen allerdings forderten ein Wildtierverbot in Zirkusbetrieben, was die Stadtratsfraktion der Grünen in einem Antrag aufgriff.

Der Allgemeine Ausschuss diskutiert deshalb am Mittwoch darüber, ob die Stadt künftig Zirkusbetrieben mit Wildtieren überhaupt noch Flächen zur Verfügung stellen will. Die Beschlussvorlage der Verwaltung zählt zu Wildtieren Affen, Delfine, Flamingos, Pinguine, Nashörner Wölfe, Krokodile, Antilopen, Bären, Flusspferde, Giraffen, Riesenschlangen, Robben, Großkatzen, Laufvögel und eben Elefanten. Hat ein Zirkus solche Tiere, soll er in Augsburg nicht mehr auf öffentliche Flächen dürfen. Unterstützung für diese Position gibt es von Tierrechtsvereinen, die eine Protestkundgebung angekündigt haben. Sie wollen Ordnungsreferent Dirk Wurm vor der heutigen Sitzung eine Petition samt Unterschriftenliste übergeben. Sie glauben nicht, dass Wildtiere in einem Zirkus artgerecht gehalten werden könnten.

Doch ganz so einfach ist das wohl gar nicht mit dem Wildtierverbot. "Die Gesetzgebung geht davon aus, dass Wildtiere im Zirkus grundsätzlich tier- und artgerecht gehalten werden können. Dazu kann man stehen wie man will, aber Gesetze gelten in Deutschland nun mal für jeden", gibt Claudia Eberle, Fraktionschefin der CSM, zu bedenken. Ohnehin sieht sie in dem Vorstoß, einem Zirkus mit Wildtieren keine städtischen Flächen mehr zur Verfügung zu stellen, wenig Sinn. "Es gibt ja in Augsburg auch private Flächen, und es gibt Städte wie Gersthofen, Stadtbergen, Königsbrunn, Neusäß oder Friedberg, die dem Zirkus Gastrecht gewähren werden", so Eberle. Das Aktionbündnis "Tiere gehören zum Circus" ergänzt in einer eigenen Pressemitteilung: "Nur 70 der insgesamt 2059 Städte in Deutschland haben ein kommunales Wildtierverbot erlassen."
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Antonietta Tumminello aus Absberg | 08.12.2016 | 07:55  
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