Keine Tram durch die Maxstraße

Die Stadt hat einer Tramtrasse durch die Maximilianstraße eine Absage erteilt. Ein Gutachten rät von einer dauerhaften Verlegung der Linie 6, wie sie im Nahverkehrsplan vorgesehen ist, ab. Der Grund: Die Trasse würde die Stadt 7,5 Millionen Euro kosten. Sollte die Straßenbahnlinie verlegt werden, wären zudem die Zuschüsse für den Kö-Umbau in Gefahr.

Zwar wurden in der Maxstraße für die Zeit während des Kö-Umbaus mehrere Haltestellen eingerichtet, doch mit der Inbetriebnahme des neuen Haltestellendreiecks sollen diese nicht mehr bedient werden. Franz Gabler, Vorsitzender des Kreisverbands Augsburg im Verkehrsclub Deutschland (VCD), ist enttäuscht: „Wieder einmal planen die Stadt und Stadtwerke an den Bedürfnissen der Menschen vorbei“, empört er sich.

Schon zwei Mal sei die Tramtrasse vom Stadtrat beschlossen und dann doch wieder verworfen worden. Gabler verweist auf das Bürgerbegehren zur Sanierung der Prachtmeile Augsburgs, das auch mit der Forderung nach einer Tramlinie durch die Maxstraße verbunden war. Mehr als 10 000 Bürger hatten damals unterzeichnet.

Das Bürgerbegehren hatte der Architekt Volker Schafitel initiiert, der mittlerweile die Fäden bei den Freien Wählern zieht. In einem Dringlichkeitsantrag fordert seine Partei die Straßenbahnlinie in der Maximilianstraße. Ihr Vorwurf lautet, die Stadtwerke würden nicht das Ergebnis des Ideenwettbewerbs Innenstadt umsetzen, sondern ihr bereits vor dem Wettbewerb vorgeschlagenes System weiterverfolgen, das alle Tramlinien am Königsplatzknoten zusammenführt.

Auch die SPD-Stadtratsfraktion plädiert dafür, die Tram durch die Maximilianstraße fahren zu lassen. „Die CSU-Stadtregierung macht es sich zu einfach, den Wunsch vieler Menschen kurzerhand beiseite zu schieben“, wettert Fraktionsvorsitzender Stefan Kiefer. Hier gehe es um die Erreichbarkeit von Einzelhandel, Museen, Kirchen und Gastronomie ebenso wie um den öffentlichen Nahverkehr für die Bewohner in der Innenstadt selbst. Nach dem Beschluss des Stadtrats sehe der Umbau der Maximilianstraße auch Haltestellen für die Tram vor – „und die müssen ja für irgendetwas gut sein“, so Kiefer.
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