Klares Nein zur Osttangente auf Königsbrunner Flur

Königsbrunn sieht Nachteile und lehnt die Planung der Osttangente ab. Es gäbe mehr als zehn Jahre ältere Pläne mit weniger Eingriffen und Auswirkungen auf Königsbrunner Flur.

In seiner jüngsten Sitzung hat der Königsbrunner Stadtrat die geplante B2-Osttangente Augsburg einstimmig abgelehnt. Vor zahlreichen Zuhörern der Bürgerinitiative "Keine Autobahn" erläuterte Bürgermeister Franz Feigl die mit den Fraktionen abgestimmten Gründe für das klare Nein, eine Diskussion gab es im Ratsgremium nicht. Die etwa 24 Kilometer lange Straße soll die Autobahn bei Derching und die B17 bei Königsbrunn verbinden und etwa 180 Millionen Euro kosten.

Die aktuelle Planung der Osttangente, die in der vorliegenden Lage und Form als vierspurige Bundesstraße in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden soll, untergliedert sich in vier Streckenabschnitte. Der vierte führt auf einer Länge von etwa vier Kilometern über Königsbrunner Flur.

Diese geplante Trassenführung im vierten Streckenabschnitt wird von der Stadt abgelehnt. "Durch die geplante Straße wird der südliche Bereich der Königsbrunner Flur nachhaltig durchschnitten und die Stadt von zwei vierspurigen Straßen im Süd-Osten, Süden und Westen eingefasst", so der Bürgermeister in seiner ausführlichen Stellungnahme.

Für die mehrere Tausend Menschen, die im südlichen und süd-östlichen Königsbrunn leben, bedeute die geplante Trassenführung ein erhebliches zusätzliches Lärmaufkommen sowie eine entsprechend erhöhte Luftschadstoffbelastung. Die Straßenführung durchschneide ein für die Stadt wichtiges Naherholungsgebiet, verringere die jetzt schon knapp bemessenen Flächen für die Landwirtschaft und zerteile diese so, dass eine effektive Nutzung in Teilen nicht mehr möglich sei.

"Die geplante Straße bedeutet einen Verbrauch wertvoller Flächen auf unserem Stadtgebiet, das in der Region das dichtest besiedelte Gebiet einer kreisangehörigen Gemeinde ist", so Feigl. Königsbrunn ist im Westen durch die B17, im Norden und Osten durch das unmittelbar angrenzende Augsburg und die Wälder entlang des Lechs nicht entwicklungsfähig.

Eine Entwicklung könne ausschließlich im Süden stattfinden, was durch die derzeit angedachte Trassenführung verhindert werde. Im Osten und Süden Königsbrunns befinden sich kleine Ortsteile mit eigenständigem Charakter. Einige dieser Bereiche würden durch die geplante Trassenführung erheblich eingeschränkt, teilweise sogar in ihrer Existenz gefährdet.

"Das entlang des Lechs bestehende Naturschutzgebiet mit wertvollen Flächen werden durch die Planung ebenso wie das Königsbrunner Ökokonto unnötig gefährdet", so der Bürgermeister. Die geplante Straße verläuft über weite Teile des vierten Streckenabschnitts nahe der Trinkwasserversorgung der Städte Augsburg und Königsbrunn.

Aus der dort vorhandenen Trinkwassergewinnung werden nahezu 300.000 Einwohner versorgt. Diese Versorgung würde unnötigen Gefahren ausgesetzt. Unabhängig davon werde die künftige Weiterentwicklung und Sicherung der Trinkwasserversorgung gefährdet und abgeschnitten. Die vorhandene Abwasserentsorgung des südlichsten Ortsteils, welche als Vakuumentwässerung betrieben wird, könnte möglicherweise unter der neuen breiten Trasse der B2 nicht mehr so weiterbetrieben werden.

Dieses Entwässerungssystem benötigt in kurzen Abständen Belüftungs- und Kontrollpunkte und ist durch eine geringe bauliche Tiefenlage geprägt. Diese Belüftungs-/Kontrollpunkte müssen jederzeit zugänglich sein und dienen der Entsorgungssicherheit der Einzelanwesen.

"Es gibt zur geplanten Trassenführung der B2-Osttangente für den vierten Streckenabschnitt mehrere, in Teilen über zehn Jahre alte Planungen, die wesentlich geringere Eingriffe in und Auswirkungen auf Königsbrunner Flur mit sich führen", so Bürgermeister Feigl.
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