Kommentar: Freie Forschung an der Uni Augsburg

An der Universität Augsburg wird am Mittwoch über eine Zivilklausel abgestimmt.

Die Frage nach Sinn oder Unsinn einer Zivilklausel ist vielmehr die grundsätzliche Frage nach der Daseinsberechtigung von Militär.

Wer allein die eskalierten Konflikte in der Ukraine, in Syrien, im Irak und im Jemen betrachtet, kann nicht ernsthaft den einseitigen Verzicht auf Militärtechnik vorschlagen. Und so liegt es auf der Hand, dass auch (Rüstungs-)forschung erlaubt sein muss – innerhalb der Grenzen, die der Gesetzgeber bereits abgesteckt hat. Klammert sich Augsburg von vornherein hier aus, freuen sich eben andere Universitäten über die zusätzlichen Finanzmittel von Verteidigungsministerium oder Rüstungsindustrie.

Abgesehen davon ist der Graubereich der „Dual Use“-Forschung so groß, dass mit einer Zivilklausel vermutlich mehr über die Zulässigkeit einzelner Projekte diskutiert würde, als tatsächlich geforscht. Gerade das Gebiet der Ressourceneffizienz, dem sich Augsburg als Forschungs- und Produktionsstandort verschrieben hat, bietet dafür zu viele Beispiele. Ein neues Rotorblatt kann eben Kampfhubschrauber und Rettungshelikopter in die Höhe heben. Die Universität jedenfalls täte sich und dem Standort keinen Gefallen, wenn sie die Klausel in die Grundordnung aufnimmt.
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sdfsdf sdfsdf aus Augsburg - Süd | 16.12.2015 | 09:19  
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