Kupa West: Kulturpark-Mieter dürfen erstmal bleiben

Viele Künstler schätzen die Gemeinschaft, die im Kulturpark West über Jahre gewachsen ist. Dem Umzug auf das Gaswerk-Gelände stehen sie skeptisch gegenüber. (Foto: Markus Höck)

Der Pachtvertrag zwischen der Stadt Augsburg und den Künstlern des Kulturpark West wird wie geplant zum 31. Juli 2017 enden. Allerdings soll den Kulturschaffenden aus dem Reese-Areal an der Sommestraße ein zweijähriger Bestandsschutz eingeräumt werden.

Geplant sei eine kommunale Verwaltungsstruktur – angesiedelt beim Kulturreferat/Wirtschaftsreferat, teilt der Kulturpark auf seiner Internetseite mit. Diese übernehme die Vermietung und Verwaltung der drei Gebäude an der Sommestraße für ein Zeitfenster von August 2017 bis 2019/2020 und solle gleichzeitig den Übergang ins Gaswerk managen. Denn dorthin sollen die Kulturschaffenden letztlich umgesiedelt werden.

Vorrang hat aber zunächst das Theater, das auf dem Gaswerk-Gelände eine Ersatzspielstätte für das Große Haus bekommen soll, während dieses saniert wird.
Die Künstler des Kulturparks hatten sich zum Teil vehement gegen ihre Umsiedelung zur Wehr gesetzt. Mehr als 11 000 Unterschriften wurden unter dem Motto „Kulturpark lebt. nützt. bleibt“ gesammelt. Die Künstler fürchteten, dass die Gemeinschaft, die im Kulturpark über die Jahre gewachsen ist, zerstört würde.
An dem geplanten Umzug hat die Unterschriftenaktion nichts geändert. Zumindest dürfen die Kulturschaffenden aber nun vorerst auf dem Reese-Areal bleiben. „Die Häuser sollen nicht abgerissen, sondern für eine Zeit von circa drei Jahren erhalten und von der Stadt an die verbleibenden Nutzer vermietet werden“, erklärt der Kulturpark. Dazu werde es im August eine Begehung geben, die den Nutzungszustand für eine Verlängerung begutachtet. Ende Oktober 2016 solle es dann einen Stadtratsbeschluss geben, der allen jetzigen Mietern einen zweijährigen Bestandsschutz mit einjähriger Kündigungsfrist gewähre. Der Kulturpark gab diese Informationen anscheinend ohne Absprache mit der Stadt auf seiner Internetseite bekannt.

Stefan Schleifer vom Kulturreferat der Stadt Augsburg bestätigte allerdings auf Anfrage, dass angedacht sei, den Mietern eine Verlängerung von zwei Jahren zu gewähren, da nicht alle Räume auf dem Gaswerk-Gelände rechtzeitig fertig würden. Beschließen müsse das letztlich der Stadtrat, OB Kurt Gribl stehe aber zu seinem Wort, dass keiner der Künstler auf der Straße stehen würde. Geplant sei, dass ein Teil der Künstler bereits zum Ende des Mietvertrags umziehe, die anderen Kulturschaffenden sollen dann sukzessive folgen.

Trotz des Bestandsschutzes bleiben bei den Künstlern des Kulturparks einige offene Fragen und Probleme im Hinblick auf die Unterbringung auf dem Gaswerk-Areal. So sei etwa die Verhandlungskommission der Kulturparknutzer übereinstimmend der Meinung, dass der Kaltmietpreis von fünf Euro plus Nebenkosten und Verkehrsflächenumlage für die Kreativen nicht aussagekräftig ist. „Sie brauchen zum Kalkulieren den Mietendpreis, nur dann können sie entscheiden.“ Auch die Forderung der Stadt, nur an „Augsburger Kreative“ zu vermieten, wird von der Kommission kritisiert. Im Moment kämen lediglich 50 Prozent der Nutzer aus dem Großraum Augsburg. Ebenso seien die aktuell geplanten Raumgrößen zwischen 25 und 50 Quadratmetern, für die Nutzer zu groß und nicht bezahlbar. Die Künstler fordern bis zum Beschluss durch den Stadtrat, diese offenen, für sie entscheidenden Fragen zu klären.
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