Lesen ist wie Fernsehen im Kopf – MdB Ulrike Bahr liest vor in der Löweneckschule

MdB Ulrike Bahr las in der Löweneckschule Erstklässlern vor. Foto: Angelika Lonnemann
 
Willkommensgruß vor dem Schulhaus. Foto: Angelika Lonnemann

„Warum soll man eigentlich lesen lernen?“, fragt Ulrike Bahr die rund 30 Erstklässler der Löweneckschule. „Damit man später mal einen Schulabschluss machen kann und arbeiten kann“, antwortet ein keckes Mädchen. Die Bundestagsabgeordnete besuchte gestern die Löweneckschule in Augsburg-Oberhausen, um auf das bundesweite Leseförderprogramm „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ aufmerksam zu machen.

Mit dem Schulanfang 2016/17 wurden 790.000 Bücher und Vorlese-Ratgeber an alle Erstklässler und ihre Eltern verteilt. Mithilfe des kostenlosen Sets soll das Vorlesen und Lesen im Familienalltag weiter verankert werden. „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und von der Stiftung Lesen durchgeführt. In den vorangegangenen Phasen des mehrjährigen Programms wurden Lesestart-Sets für Einjährige beim Kinderarzt und für Dreijährige in Bibliotheken ausgegeben.

Bahr, die früher selbst als Lehrerin an der Schule unterrichtet hat, las den Schülerinnen und Schülern in der Leseinsel aus dem Buch „Ein Faultier geht zur Schule“ vor, das zu den aktuellen Lesestart-Sets in Bayern gehört. Die Leseinsel ist ein heller hoher Raum im Neubau der Schule, die mit einer Polsterlandschaft zum Lesen einlädt. An den Wänden stehen rund 12 Regalmeter Kinderbücher. „Lesen ist wie Fernsehen im Kopf“ steht mit weißen Buchstaben an der warmgrauen Betonwand geschrieben.

„Lesekompetenz ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Bildungsbiographie."

"Darum ist regelmäßiges Vorlesen und Selberlesen von großem Wert für die individuelle Entwicklung von Kindern“, sagt Bahr. Mit dem „Lesestart“-Programm werden Eltern und Kinder auf diesem Weg begleitet und so ein Beitrag zur Chancengerechtigkeit geleistet. In Bayern wurden zum Schulanfang 2016/17 insgesamt 120.640 Lesestart-Sets an 2.733 Grundschulen ausgegeben.

„Könnt ihr schon eure Namen schreiben?“, fragt Ulrike Bahr. „Jaaaaa!“ rufen alle Kinder begeistert. „Und was könnt ihr noch schreiben?“ – „Überholverbot!“ – „Wow, das ist ja prima“, so Bahr.

Lehrerinnen und Lehrer setzen wichtige Impulse

„Der Beginn der Schulzeit besitzt in den Familien eine hohe emotionale und positive Aufmerksamkeit, die das Lesestart-Programm nutzt, um Familien weiterhin zum Vorlesen und gemeinsamen Lesen zu motivieren. Ich freue mich sehr, dass in der aktuellen Lesestart-Phase die Grundschullehrerinnen und -lehrer unseren zentralen Programmpartner sind, denn sie begleiten die geistige und soziale Entwicklung der Kinder und setzen wichtige Impulse“, sagt Programmleitern Sabine Bonewitz von der Stiftung Lesen.

Eine extrem starke Entwicklung

Für die erste Programmphase haben rund 5.000 Kinder- und Jugendarztpraxen von November 2011 bis Ende 2013 mehr als 1,2 Millionen Lesestart-Sets zur Weitergabe an Eltern mit einjährigen Kindern im Rahmen der U6-Vorsorgeuntersuchung bekommen. Von November 2013 bis Ende 2015 sind mehr als 5.000 Bibliotheken mit mehr als 1,2 Millionen Folgesets zur Weitergabe an Eltern mit dreijährigen Kindern ausgestattet worden. Mit dem Start des Schuljahres 2016/17 hat der dritte Meilenstein des Programms begonnen. Für alle Grundschulen stehen auch für die Schuljahre 2017/18 und 2018/19 jeweils 800.000 Lesestart-Sets zur Weitergabe an die Erstklässlerinnen und Erstklässler zur Verfügung, die zum Schulanfang verschickt werden.
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