Mietspiegel für Augsburg: Entscheidung fällt im Juni

Wie hoch dürfen die Mieten in Augsburg sein? Ein Mietspiegel soll Klarheit bringen. Foto: Roman Van Nieuwenhuyse

In der kommenden Sitzung des Augsburger Stadtrates am 2. Juni soll der Mietspiegel für die Stadt beschlossen werden. Nach langen Verhandlungen konnte sich die SPD bei diesem Punkt gegenüber dem großen Koalitionspartner CSU durchsetzen. Ob eine Mietpreisexplosion zwischen Lech und Wertach verhindert werden kann, muss sich erst zeigen.

Der FC Augsburg beendete die Fußballsaison auf dem zwölften Platz der Bundesligatabelle, in Sachen Mietpreis ist die Fuggerstadt gar auf dem elften Rang. Das Immobilienportal immowelt.de hat sich den Spaß erlaubt und die Städte mit einer Mannschaft in der ersten Bundesliga miteinander hinsichtlich der Mietpreise verglichen. Spitzenreiter wie in der Fußballwelt ist die Landeshauptstadt München mit einem Quadratmeterpreis von 16,10 Euro. Auf den Abstiegsplätzen reihen sich Dortmund (6,20 Euro), Mönchengladbach (5,80 Euro) und Schalke (5,10 Euro) aneinander - und dazwischen Augsburg mit einem Quadratmeterpreis von 9,20 Euro. Anders als in der Bundesliga hält Augsburg auf dem elften Platz Tuchfühlung mit der Spitzengruppe: Ab dem achten Platz in der Miet-Tabelle klettern die Quadratmeterpreise auf 10 Euro und mehr.

In Augsburg sollte eigentlich die sogenannte Mietpreisbremse verhindern, dass das Leben in den nicht ganz eigenen vier Wänden nicht zu teuer wird. Die Staatsregierung hatte Augsburg als Gebiet mit angespanntem Wohnungsmarkt ausgewiesen: Wird ein neuer Mietvertrag geschlossen, dann darf die Miete höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Miete liegen. Seit einem Jahr könnte die Mietpreisbremse in Augsburg greifen, bleibt nur die Frage, was denn nun genau ortsüblich sei - genau das würde ein Mietspiegel beantworten.

Seit April 2015 quälen sich die Stadtratsmitglieder mit diesem Tagesordnungspunkt. Bislang war der Mietspiegel immer an der CSU gescheitert, denn nicht alle sind der Meinung, dass die Mietpreisbremse auch wirklich hilft. Diese Zweifel bestehen offenbar immer noch in der Union, doch ein andere Aspekt scheint nun die Christsozialen bewogen zu haben, dem Wunsch des Koalitionspartners nachzugeben: Die Kosten für den Mietspiegel fallen deutlich geringer aus, als erwartet. Statt den zunächst eingeplanten 350 000 Euro werden es wohl nur rund 200 000 Euro sein, da die Stadt ohnehin einen sogenannten grundsicherungsrelevanten Mietspiegel erstellen lassen muss, der gesetzlich vorgeschrieben ist.

SPD-Stadträtin Margarete Heinrich zeigt sich erfreut, dass sich die Mehrheit der CSU-Fraktion für einen Mietspiegel aussprechen will. "Die SPD-Stadtratsfraktion hat sich bereits in den Koalitions-Kooperationsverhandlungen für kostengünstiges Wohnen eingesetzt. Wir arbeiten nun Punkt für Punkt dieser Vereinbarungen ab", verspricht Heinrich.
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