Mietspiegel soll Auswüchse am Wohnungsmarkt eindämmen

Was in Augsburg die ortsübliche Vergleichsmiete ist, soll nun der Mietspiegel klären. (Foto: Roman Van Nieuwenhuyse)


Gegen neun Abweichler aus der CSU hat das Dreierbündnis aus Union, SPD und Grüne im Augsburger Stadtrat am Donnerstag den Mietspiegel für die Stadt beschlossen. 37:17 lautete das Abstimmungsergebnis des gesamten Gremiums. Die übrigen Gegenstimmen kamen von CSM, Pro Augsburg und AfD.

Der Mietspiegel soll als Grundlage für die Mietpreisbremse dienen. Dieses Bundesinstrument gilt seit fast einem Jahr theoretisch auch für Augsburg. Bei einem neuen Vertragsabschluss darf die Miete demnach nicht mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Doch was ist die ortsübliche Vergleichsmiete? Das soll nun der Mietspiegel klären.

Die Kosten für die Erstellung liegen laut Sozialreferent Stefan Kiefer (SPD) bei voraussichtlich 200.000 Euro. Die SPD hatte den Mietspiegel auf den Weg gebracht, die CSU folgte dem Kurs des Koalitionspartners auch deswegen, weil die SPD im Gegenzug in den Haushaltsberatungen für die Erhöhung der Grundsteuer stimmte.

Gegner des Mietspiegels ist unter anderem der frühere Sozialreferent Max Weinkamm (CSU). "Teuer und falsch", sei die Entscheidung des Stadtrats. "Mietpreisbremse und Mietspiegel schaffen keine einzige neue Wohnung", sagte er. Der richtige Ansatz sei der Bau neuer Wohnungen. Sein Nachfolger im Referentenamt Kiefer betonte, der Mietspiegel sei kein Allheilmittel, aber er könne Auswüchse auf dem Wohnungsmarkt eindämmen. (jaf)
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