Migrationsberatung: Warum und wie bei uns Weihnachten gefeiert wird

• Die Migrationsberaterinnen des Caritasverbandes für die Diözese Augsburg e. V., Birgitta Leitner, Jadranka Tomsic und Francesca Carapezza, erläuterten Frauen aus Kolumbien, Spanien, dem Senegal, aus Marokko und Ghana, warum und wie in Bayern die Advents- und Weihnachtszeit begangen wird. Foto: Caritas Augsburg/Bernhard Gattner.
 
• Jadranka Tomisc hielt die Rezepte für Schokoladen- und Kokosmakronen, Butterkekse und Vanillekipferl bereit. In der Küche des Katholischen Frauenbundes machten sich dann alles gemeinsam ans Werk. Foto: Caritas Augsburg/Bernhard Gattner.
Augsburg: Caritasverband für die Diözese Augsburg e. V. |

Erklären, was unser Zusammenleben ausmacht


Augsburg, 14.12.2016 (pca). Wie feiern Deutsche das Weihnachtsfest? Was ist ein Christkindlesmarkt, wer ist der Nikolaus, was ist die Krippe? Wer aus fernen Ländern nach Bayern kommt, der begegnet vielem in der Advents- und Weihnachtszeit, was ihm fremd ist. Integrieren kann man sich aber nur dann, wenn man weiß, wie die heimische Bevölkerung ihr Leben gestaltet, welche Feste sie auf welche Art und Weise feiert. Mitarbeiterinnen des Migrationsreferats des Caritasverbandes für die Diözese Augsburg e. V. haben deshalb nun von ihnen beratene Frauen mit ihren Kindern zu Plätzchen und Kinderpunsch eingeladen, um mit ihnen über die Traditionen in Deutschland während der Advents- und Weihnachtszeit zu sprechen. Der Einladung sind Frauen aus Spanien, Portugal, Italien, Kolumbien, Marokko, dem Senegal und aus Ghana gefolgt.

„Unser Auftrag als Beraterinnen für Migranten ist es, das zu erklären und verständlich zu machen, was unser Zusammenleben ausmacht. Und das ist viel mehr als nur gemeinsam zu kochen“, sagt Francesca Carapezza vom Migrationsreferat. Plätzchen während der Adventszeit zu backen, sei zwar nett und würde mitunter auch Spaß machen, „aber ohne die Bedeutung von Weihnachten zu kennen, bringt das nicht sehr viel.“ So erklärte sie ohne lange Worte, dass Christen zu Weihnachten die Geburt Jesu Christi feiern. Weil Gott in Jesus Mensch werde, sei das Brauchtum Ausdruck der Freude darüber und als Vorbereitung auf das Weihnachtsfest zu verstehen.

Die Katholikinnen aus Spanien und Portugal, die das schon wussten, erzählten sofort, welche Traditionen sie zuhause pflegten. In Italien zum Beispiel würden die Kinder erst am Fest der Drei heiligen Könige Geschenke erhalten. Der Frau aus dem Senegal, selbst Muslimin, war das Weihnachtsfest nicht unbekannt. Als die Kolumbianerin davon berichtete, dass man zuhause keinen Christbaum habe, sondern nur einen grünen Zweig geschmückt aufhänge, warf die Muslimin aus dem Senegal sofort ein, dass sie das auch von den Christen in ihrem Land kenne. „Und wissen Sie warum, wir rote Kerzen verwenden und warum wir grüne Zweige für den Adventskranz nehmen wie auch der Christbaum grün ist?“, fragte Carapezza. „Die roten Kerzen stehen für die Liebe Gottes, die grünen Zweige sind Zeichen der Hoffnung.“

Carapezza sprach Deutsch, weil alle Frauen ihre Deutschkenntnisse verbessern sollen und an einem Sprachkurs teilnehmen. Ihre Kollegin Birgitta Leitner übersetzte dennoch alles ins Spanische dort, wo es Verständnisschwierigkeiten gab. So entfalteten sich ein angeregter Austausch und ein gemütliches Miteinander über die Sprachgrenzen hinweg. Richtig lustig wurde es allerdings erst, als die Frauen anfingen, gemeinsam Schokoladen- und Kokosmakronen, Butterkekse und Vanillekipferl zu backen. Die Kollegin von Carapezza und Leitner, Jadranka Tomsic, hielt dazu die Rezepte bereit. Die drei Beraterinnen des Caritas-Migrationsreferates durften dabei lernen, dass Frauen anderer Nationalität einfach anders backen, so dass schon bei den ersten Schritten sich die Rezepturen automatisch veränderten.

Info:
Die Informationsveranstaltungen zur Förderung der Integration werden vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert.

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