"MINT ist nicht nur ein erfrischender Geschmack": Neues Projekt will Schüler für Naturwissenschaften begeistern

Jugend forscht: Robert Sturm, Lehramtsstudent für Physik an der Uni Augsburg (links), befragte Franziska Tränkl und Valerie Kürth vom Maria Ward Gymnasium (Mitte) sowie Meike Tütken vom Jakob-Fugger-Gymnasium (rechts) zu ihren Projekten. Fotos: Kristin Deibl
 
Zahlreiche Mitglieder des Verbundes und Förderer des Projekts MINT-Region A³ kamen zur Auftaktveranstaltung ins Augsburger Technologiezentrum.

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik - dafür steht die Abkürzung MINT. Und genau für diese Bereiche will das Projekt "Mint-Region A³" Interesse wecken. Vom Vorschulkind bis zum Studenten sollen alle Kinder und Jugendlichen in der Stadt Augsburg sowie in den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg Zugang zu naturwissenschaftlichen und technischen Angeboten bekommen. Der Startschuss für das Kooperationsprojekt fiel gestern im Augsburger Technologiezentrum.

Dass das Interesse für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik bei der Jugend in der Region durchaus vorhanden ist, zeigten bei der Veranstaltung am Donnerstag Schüler verschiedener Augsburger Gymnasien, die sich am Wettbewerb Jugend forscht beteiligt hatten. Valerie Kürth und Franziska Tränkl vom Maria-Ward-Gymnasium etwa untersuchten Sandproben von allen Kontinenten auf Mikroplastik, mit, wie sie berichteten, erschreckenden Ergebnissen. Meike Tütken vom Jakob-Fugger-Gymnasium analysierte die Flugbahn eines Tennisballs.

Unterstützung bekamen die Schüler bei ihren Projekten vor allem von ihren zuständigen Betreuungslehrern. Sonst allerdings, so sagte Meike Tütken, habe sie kaum Hilfe erhalten, sich aber durchaus weitere Ansprechpartner gewünscht.

Schnittstelle zwischen Schulen und Unternehmen

Und das will künftig das Projekt MINT leisten. Der Projektverbund MINT-Region A³, zu dem neben den Landkreisen und der Stadt unter anderem auch die Universität Augsburg, die Hochschule Augsburg, die Regio Augsburg Wirtschaft und das Jakob-Fugger-Gymnasium gehören, will bereits etablierte Angebote vernetzen und neue Angebote entwickeln.

Damit sollen auf der einen Seite Schüler im Zeitalter der Digitalisierung bestmöglich auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet werden. Andererseits geht es aber auch um eine "Daseinsfürsorge für Unternehmen in der Region", wie Andreas Thiel, Geschäftsführer der Regio Augsburg Wirtschaft, sich ausdrückte. Die Fachkräfte für Wirtschaft und Industrie sollen da sein, wenn sie gebraucht werden. "MINT ist nicht nur ein erfrischender Geschmack", sagte Thiel. "Es soll die Schüler neugierig machen auf die Unternehmen." Die Regio sehe sich dabei als Schnittstelle.

Schülerforschungszentrum soll im September eröffnen

Der Projektverbund will außerdem in Augsburg ein Schülerforschungszentrum einrichten, das bereits im September eröffnet werden soll. Jörg Haas, der am Jakob-Fugger-Gymnasium als Lehrer für Mathematik, Physik und Informatik arbeitet und als MINT-Koordinator fungiert, freut sich darüber besonders. Zwar hätten die Schulen gut ausgestattete Labore, in denen der Unterrichtsstoff vermittelt werden könne. Doch darüber hinaus seien dort schon zeitlich kaum Projekte möglich. Er erhofft sich zudem ein gut etabliertes Netzwerk in der Region. "Lehrer sollen einfach aus der Schublade heraus ein Angebot wählen können", wünscht sich der Pädagoge. Um das zu ermöglichen, wird das Projekt von der Sparkassenstiftung, dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst sowie von der MINT-Allianz Bayern mit der Initiative Junge Forscherinnen und Forscher gefördert.

In den kommenden Monaten seien nun erste Gespräche mit Unternehmen und Workshops für Lehrkräfte geplant, schilderte Marietta Menner. Geht es nach der Gesamtkoordinatorin des Projekts, soll sich dann mit der Zeit eine "durchgängige Bildungskette" entwickeln, vom Kindergarten bis zum Abitur.
(Von Kristin Deibl)
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