Nach Missbrauchsvorwürfen: Keine Gründe für Tatverdacht gegen Grab

Das Ermittlungsverfahren gegen Stadtrat Peter Grab wurde eingestellt. Es gab laut Staatsanwaltschaft keine Gründe für einen ausreichenden Tatverdacht. Foto: Archiv

Passend zu Weihnachten ein Geschenk für Peter Grab von der Staatsanwaltschaft: Die Ermittlungen gegen ihn wurden eingestellt. Gründe für einen ausreichenden Tatverdacht gab es laut Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai nicht.

In seiner Erklärung wird der Sprecher der Augsburger Staatsanwaltschaft deutlicher: "Die Ermittlungen, die sich auch auf Vorgänge vor und nach dem angezeigten Zeitraum erstreckten, haben aus tatsächlichen Gründen und aus Rechtsgründen keinen ausreichenden Tatverdacht gegen den Beschuldigten ergeben." Und weiter: "Die Staatsanwaltschaft kam zu dem Ergebnis, dass selbst bei Annahme der Richtigkeit der Angaben der Geschädigten keine Sexualstraftat vorliegt. Zudem steht in entscheidungserheblichen Punkten Aussage gegen Aussage, ohne dass weitere Beweismittel vorliegen, die einer Aussage eine größere Glaubwürdigkeit verleihen können."

Wie berichtet, hatte eine Frau den 56-jährigen Grab des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Die Vorwürfe waren zuerst in einem Internet-Blog öffentlich geworden, erst danach hatte die Frau Anzeige erstattet. Das Ermittlungsverfahren gegen Grab wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs Widerstandsunfähiger, der Beleidigung und des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln ist nun eingestellt.

Peter Grab zeigt sich in einer persönlichen Erklärung im sozialen Netzwerk „Facebook“ sichtlich erleichtert: „Die Unschuldsvermutung, die im Rahmen des Ermittlungsverfahrens für mich galt, ist damit bestätigt worden.“ Über seinen Rechtsanwalt werde er nun kurzfristig Einsicht in die Akten nehmen. Vor weiteren Schritten möchte er mit seinem Anwalt Rücksprache halten. Vorher will er sich auch nicht weiter gegenüber der Öffentlichkeit äußern.
Nicht mehr rückgängig zu machen ist hingegen der Bruch zwischen Peter Grab und dem Verein Pro Augsburg. Dessen Vorstand hatte im Zusammenhang mit den Missbrauchs-Vorwürfen ein Ausschlussverfahren gegen Grab eingeleitet. Grab trat daraufhin aus Pro Augsburg aus und mit ihm weiter Mitglieder aus Solidarität.

Auch die Fraktion von Pro Augsburg, der Peter Grab angehört, stellte sich gegen den Vorstand und hielt an Grab fest. Hier steht die letzte Machtprobe noch aus.

Welche Konsequenzen nun der quasi Freispruch erster Klasse für das Verhältnis zwischen Pro Augsburg und Grab hat, ist noch nicht abzusehen. Peter Grab jedenfalls ist bereits dabei, einen eigenen Verein zu gründen. „WSA – Wir sind Augsburg“ soll er heißen.
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