Neue Visitenkarten für die Stadt: Das sind die Plätze vor dem Hauptbahnhof

Der Bahnhofsvorplatz im Osten soll ganz auf Fußgänger zugeschnitten sein. Lange Bänke am Bechtelerbrunnen sollen zum Verweilen einladen. (Foto: Atelier Loidl)

Der Umbau des Augsburger Hauptbahnhofs ist mit seinem unterirdischen Straßenbahntunnel das Herzstück der Mobilitätsdrehscheibe. Doch auch über der Erde wird sich am Bahnhof einiges verändern. Der Vorplatz auf der Ostseite erhält ein neues Aussehen und auf der Westseite entsteht gleich ein ganz neuer Platz.

In einem europaweiten Architekturwettbewerb hatte die Stadt nach Vorschlägen für die Gestaltung der Plätze und die Anbindung des Bahnhofs an die Innenstadt suchen lassen. 35 eingereichte Arbeiten bewertete die Jury unter Vorsitz von Stadtplaner Professor Franz Pesch, der die eingereichten Beiträge lobt und verspricht: Es entstehen „neue Visitenkarten für die Stadt Augsburg“. Das Preisgericht entschied, die Wettbewerbsbeiträge für die Ost- und Westseite des Hauptbahnhofs separat zu beurteilen.

Die Arbeit des Landschaftsarchitekten Atelier Loidl (Berlin) zum bestehenden Vorplatz im Osten und zur Bahnhofstraße wurde aufgrund einer einstimmigen Entscheidung mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Laut Baureferent Gerd Merkle sei es ein deutliches Zeichen, wenn die Jury einen einstimmigen Entschluss in einem Ausschlussverfahren fasst. Im Gestaltungvorschlag der Gewinner entsteht vor dem Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs eine freie Platzfläche für Fußgänger, die deutlich stärker als früher geprägt sein wird vom Bechtelerbrunnen. Er wird nach Abschluss der Tunnelarbeiten wieder aufgebaut. Busse, Autos und Taxis weichen an die baumbestandenen Seiten.

Die Arbeiten zur Westseite des Hauptbahnhofs sollten Gestaltungsmöglichkeiten für den Vorplatz vor dem Portal West und den Sebastian-Buchegger-Platz beinhalten. Die Ideen der Wettbewerbsteilnehmer waren so vielfältig, dass letztlich aus drei Entwürfen eine Preisgruppe zusammengestellt wurde. „Alle drei Entwürfe schaffen durch städtebauliche Setzungen und zusätzliche Nutzungen jeweils einen besonderen Ort, der weit mehr darstellt als den reinen Westzugang zum Hauptbahnhof“, lobt die Stadt in einer Presseerklärung. Die Arbeitsgemeinschaft LIMA Architekten (Stuttgart), silands Landschaftsarchitekten (Ulm) und die Professorin Bü Prechter Landschaftsarchitektin (München) gehen der Forderung eines Fahrradparkhauses durch ein Hotelgebäude auf der Südseite der Zufahrt nach. Das Team Wunderle Architekten (Neusäß) in Zusammenarbeit mit den Adler+Olesch Landschaftsarchitekten (München) befürwortet eine Überbauung des Westzugangs.

Der Entwurf von Schneider+Schumacher Architekten (Frankfurt) in Zusammenarbeit mit WES Landschaftsarchitekten (Hamburg) gestaltet einen gemeinsamen Bereich vom Sebastian-Buchegger-Platz bis zum Westportal.
Die Jury hat beschlossen, diese drei Entwürfe überarbeiten und die im Preisgericht besprochenen Erkenntnisse einbauen zu lassen, da spezielle Abhängigkeiten zu beachten seien. Gerd Merkle betont, man wolle die drei interessanten Konzepte nachbearbeitet wissen.

Bis die Pläne zur Umsetzung kommen, wird es noch eine Weile dauern. Vor allem muss die Stadt im Osten erst noch das Grundstück bei den Inneren Ladehöfen kaufen, auf dem das künftige Busterminal für die Regionalbusse entstehen soll. Und auch auf der Westseite muss noch viel geklärt werden. Die eingereichten Pläne setzen nämlich eine Entlastungsstraße entlang der Rosenaustraße voraus. Dabei favorisieren die Stadtwerke mittlerweile einen anderen Verlauf der Tramlinie 5, der die Entlastungsstraße überflüssig macht. Das letzte Wort ist hier aber wohl noch nicht gesprochen, bei einigen Bürgergruppierungen ist die Entscheidung der Stadtwerke höchst umstritten.

Die Pläne und die visualisierten Ideen der 35 Architekten und Landschaftsarchitekten sind ab sofort im Martini-Park, Provinostraße 52, Halle B12, ausgestellt. Die Ausstellung ist bis Freitag, 4. Dezember, täglich von 12 bis 19 Uhr zugänglich. Es werden zusätzliche Führungen durch die Ausstellung von Mitarbeitern des Stadtplanungsamtes angeboten, die am Donnerstag, 26. November, und am Donnerstag, 3. Dezember, jeweils um 18 Uhr beginnen. Treffpunkt ist am Eingang der Ausstellung.

Von Anna Apressian
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