Neues Konzept für Brecht gefordert

Wie es nach 2015 mit dem Brechtfestival weitergehen soll, darüber ist sich der Kulturausschuss uneins. Die Grünen fordern ein neues Konzept. Foto: Diana Deniz

Einmal mehr hat der gute Bertolt Brecht für Wirbel gesorgt: Weil am Dienstag im Kulturausschuss im öffentlichen Teil nicht über das Brechtfestival gesprochen werden sollte, flogen die Fetzen.

Thomas Lis (AfD) und Oliver Nowak (Polit WG) wollten sich nicht damit zufrieden geben, dass der Tagesordnungspunkt "Brechtfestival" abgesetzt worden war. Wohlgemerkt ging es um das Brechtfestival 2016 und damit verbunden die Frage, ob der bisherige Festivalleiter Joachim Lang weitermachen darf.

Doch die SPD hatte, für alle etwas überraschend, schon im Vorfeld Beratungsbedarf angemeldet und so tauchte der Punkt nicht mehr auf der Tagesordnung auf. Nowak nun fürchtete, dass die Nichtbehandlung eine automatische Verlängerung des Vertrags mit Lang bewirke. Denn der nächste Kulturausschuss tagt erst wieder im Februar 2015.

Doch sein Kollege Andreas Jäckl (CSU) konnte Nowak beruhigen. Da verlängere sich nichts automatisch. Und damit war die Diskussion schon wieder beendet. Denn über Inhalte wollte Kulturreferent Thomas Weitzel partout nicht öffentlich reden. "Wir sollten die Debatte nicht während des Festivals führen", erklärte er mit Blick auf das in eineinhalb Monaten beginnende Brechtfestival 2015.

Doch damit wollten sich die Grünen wiederum nicht zufrieden geben. In einer Presseerklärung nach dem Ausschuss fordert Stadträtin Verena von Mutius eine inhaltliche Neuausrichtung des Festivals. An Lang als Festivalleiter will sie nicht unbedingt festhalten. Vorstellbar wäre für sie, dass in einer Übergangsphase Kulturamt und Theater unter Einbindung der lokalen Szene die Organisation übernehmen.

Allerdings haben sich SPD und CSU in ihrem Koalitionsvertrag schon klar festgelegt: "Eine weitere Verpflichtung des Brechtfestival-Leiters um drei Jahre wird angestrebt." Viel Spielraum lässt die Formulierung nicht.
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