Platz für bis zu 80 Flüchtlinge mehr

Die Stadt Friedberg und das Landratsamt Aichach-Friedberg haben über die aktuellen Pläne zur Unterbringung von Asylbewerbern unterrichtet. Der Informationsabend sollte auch Gelegenheit für Fragen aus der Bevölkerung bieten.

512 Asylsuchende gibt es derzeit im Landkreis Aichach-Friedberg. 95 von ihnen leben in den beiden Gemeinschaftsunterkünften in Aichach und Unterwittelsbach, der Rest ist dezentral untergebracht. Auf Anweisung der Staatsregierung sollten nun alle bayerischen Landkreise für den Fall einer weiteren großen Flüchtlingswelle einen Winter-Notfallplan ausarbeiten. Dieser Plan sieht vor, die Asylbewerber notfalls kurzfristig in Turnhallen unterzubringen, da der Landkreis über keine anderen Liegenschaften verfügt.

Wie Landrat Klaus Metzger betonte, gehe er nicht davon aus, dass der Notfallplan gebraucht werde, da die dezentrale Unterbringung sehr gut funktioniere. Dafür sucht das Landratsamt auch weiterhin in der Bevölkerung nach Unterkünften. Eigentümer, die über Objekte verfügen, die sich zur Unterbringung von Flüchtlingen eignen, können sich an Heinz Geiling unter Telefon 08251/92292 wenden. Die Mietverträge werden direkt mit dem Landratsamt abgeschlossen, das nach eigenen Angaben ortsübliche Mieten zahlt.

In der Stadt Friedberg und den Stadtteilen Derching und Ottmaring leben momentan insgesamt 96 Asylbewerber in 13 Unterkünften. Nach Angaben von Katharina Redcay, Abteilungsleiterin für Sicherheit und Verbraucherschutz des Landratsamtes Aichach-Friedberg, sollen bis zum Jahresende drei weitere Standorte für insgesamt 80 Personen hinzukommen: das Autefa Gebäude an der Kreuzung Röntgenstraße/Afrastraße, das Friedberger Bahnhofsgebäude sowie die Container des evangelischen Kindergartens nahe Herrgottsruh.

Die ursprünglich geplante Gemeinschaftsunterkunft in der Afrastraße, gegen die in der Vergangenheit bereits heftig protestiert wurde, werde laut Bürgermeister Roland Eichmann allerdings nicht realisiert. Er möchte sich an das Versprechen seines Vorgängers Peter Bergmair halten, dass nicht mehr als 70 Personen in der Umgebung der Afrastraße untergebracht werden.

Der Informationsabend wurde besonders von Ehrenamtlichen dazu genutzt, auf Missstände hinzuweisen. Stadtpfarrer Pater Markus Hau lobte die zahlreichen Friedberger, die sich mit viel Herzblut engagieren. Er forderte jedoch mit Nachdruck mehr Unterstützung für die freiwilligen Helfer: "Die Ehrenamtlichen sollen begleitet und nicht verfeuert werden." Er wies außerdem darauf hin, dass auch Asylbewerber, die bereits anerkannt sind, weiterhin auf Hilfe angewiesen seien. Es gäbe oftmals Schwierigkeiten bei der Arbeits- oder Wohnungssuche. "Der Asylkreis kann nicht alles machen. Es werden dringend Hilfsstrukturen benötigt."

Landrat Klaus Metzger hielt die Forderung nach mehr Personal für berechtigt. Nur wenige Stunden vor dem Informationsabend war im Friedberger Sozialausschuss der Beschluss einstimmig erfolgt, eine Stelle zur Betreuung der Ehrenamtlichen und der anerkannten Asylbewerber auszuschreiben.

Kritisiert wurde des Weiteren, dass die Kommunikationswege häufig nicht transparent genug seien. Oftmals wüssten die Helfer nicht, an wen sie sich bei bestimmten Schwierigkeiten wenden sollten. Asylbeauftragte Simone Losinger gab an, das Landratsamt sei bereits dabei, einen Leitfaden für Ehrenamtliche zu entwickeln.

Drei syrische Familien sollten bereits am Donnerstag in Friedberg ankommen. Nach aktueller Auskunft des Landratsamtes Aichach-Friedberg verzögert sich deren Ankunft aufgrund des Bahnstreiks jedoch bis Montag. Sie werden im Bahnhofsgebäude unterbegracht.
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