Reitprojekt als Wellness für die Seele

Am 23. Februar 2017 trafen sich auf dem Reiterhof (v.r.n.l.) Harald Tiefenbacher, Architekt, Andrea Tiefenbacher, Anja Eisenbeil, Reittherapeutin und Harald Eckart, Leiter des Bodelschwingh-Hauses erstmals.

Vier Bewohner des Bodelschwingh-Hauses konnten dank einer Spende dieses Jahr über einen längeren Zeitraum durch heilpädagogisches Reiten bestärkt und therapiert werden.

Das Bodelschwingh-Haus ist eine Einrichtung der Diakonie Augsburg für haftentlassene Männer. Vier dieser Männer konnte man in diesem Jahr öfters sehen, wie sie mit einem Pferd, zwei Ponys und einem Hund unterwegs waren. Was war da los?

Das Architektenbüro Endres & Tiefenbacher hatte dem Bodelschwingh-Haus 1.500 € gespendet, das für therapeutisches Reiten eingesetzt werden sollte. Haftentlassene Männer benötigen zur Bewältigung ihrer sozialen Notlage und für einen gelingenden Resozialisierungsverlauf in vielen Fällen eine Stärkung des eigenen Selbstkonzepts im Hinblick auf Selbstkontrolle und Selbstwahrnehmung. Hierbei kann heilpädagogisches Reiten unterstützen. Ziele der Reittherapie des Bodelschwingh-Hauses waren, den Klienten Naturerfahrungen zu vermitteln, das Körperbewusstsein zu stärken, Verantwortungsgefühl für die Tiere zu erleben und mit dem eigenen Körper besser in Kontakt zu kommen.
Der Kurs wurde durch die selbständige Reittherapeutin Anja Eisenbeil der „Reittherapie Gänseblümchen“ und der Sozialpädagogin Anna Zott vom Bodelschwingh-Haus durchgeführt. Während des Zusammenseins gab es jeweils einen kurzen theoretischen Input von Anja Eisenbeil über die nächste Einheit und die Planung des Tages. Meistens gingen die Teilnehmer mit den Tieren in die Natur zum Spazieren und Reiten. Manchmal blieben sie auch auf dem Platz und machten Übungen: Hindernisse umreiten, Hunden Kunststücke beibringen, Pferde über Plastikplanen führen, Pferde ohne Führstrick und Halfter führen und vieles mehr.
Für die Übungen mit Hindernissen braucht das Pferd viel Vertrauen in den Menschen, der es führt. Außerdem muss der Mensch für das Pferd auch eine Führungspersönlichkeit darstellen, damit dieses ihm ohne Zwang folgen möchte.
Das Gelingen dieser Übungen war für alle Teilnehmer ein großer Erfolg, und hat das Selbstbewusstsein im Umgang mit den Tieren sehr gestärkt. Den Teilnehmern wurde auf ganz neue Art bewusst, wie sie Einfluss auf ihre Körpersprache und Ausstrahlung einnehmen können. Diese Einheiten waren für die Bewohner Schlüsselmomente. Insgesamt vier Bewohner des Bodelschwingh-Hauses erhielten am Ende des Projekts ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme. Die vier Männer zwischen 23 und 59 Jahren alt waren alle begeistert von der Reittherapie, einer sagte darüber: „Das Reitprojekt war Wellness für die Seele.“
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