Schulsanierung: Rostige Rohre und fehlende Fachräume

Wenn Großeltern auf Schulführungen die Werkbänke wiedererkennen, weil sie selbst in ihrer Schulzeit daran gearbeitet haben, wird es wahrlich Zeit für Modernisierungen. Foto: Florian Winkler-Ohm/Archiv
 
Die sanitären Anlagen vieler Schulen sind dringend sanierungsbedürftig. Foto: Siegfried Kerpf

Triste Betonplätze als Pausenhof, rostige Toiletten, marode Leitungen: Viele der 70 Schulen im Augsburger Stadtgebiet sind in die Jahre gekommen. Eine baufachliche Bestandsanalyse des Schulverwaltungsamtes ergab im Jahr 2014, dass 49 Schulen gar dringend sanierungsbedürftig sind. Dagegen soll das Projekt "300 Millionen für unsere Schulen" nun etwas tun. Bis zum Jahr 2030 will die Stadt sanieren, modernisieren und erweitern.

Ein großer Teil der 300 Millionen Euro soll in bauliche Modernisierungen investiert werden. Denn in vielen Schulen müssen Fenster, Türen und Böden erneuert, Dächer und Fassaden saniert, Leitungen ausgetauscht oder Räume geschaffen werden. Ein weiterer Teil des Geldes fließt in Umbauten zur Brandschutzsicherheit wie einem zweiten Rettungsweg und Brandschutztüren. Für rund 30 Millionen Euro sollen die Schulen behindertengerecht umgebaut werden. Das schließt in erster Linie Aufzüge und Treppenlifte sowie geeignete sanitäre Anlagen ein. Ebenfalls etwa zehn Prozent des Geldes will die Stadt in Außensportanlagen und schöner gestaltete Pausenhöfe investieren. Für noch einmal 30 Millionen Euro sollen die Schüler Büchereien, EDV-Räume oder naturwissenschaftliche Fachräume bekommen. Auch die sanitären Anlagen, die in vielen Fällen nicht mehr den Standards entsprechen sollen modernisiert werden.

Durch die Baumaßnahmen sollen aber nicht nur in die Jahre gekommene Gebäude saniert werden, es geht der Stadt auch darum, den Augsburger Schülern eine zeitgemäße Bildung zu gewährleisten. Eine Ganztagsbetreuung mit Mittagessen, betreuter Freizeit und Hilfe bei den Hausaufgaben soll es sein. Dazu sind neben Modernisierungen an einigen Schulen auch Anbauten nötig.

Bis zum Jahr 2030 wurde das Bildungsförderprogramm in drei Abschnitte zu je fünf Jahren eingeteilt. Der erste Abschnitt von 2015 bis 2020 ist im städtischen Finanzplan mit 100 Millionen Euro schon fest verankert. Einige Projekte haben bereits im vergangenen Jahr begonnen wie der Ausbau zur Ganztagsschule der Heinrich-von-Buz-Realschule für vier Millionen Euro oder die Brandschutzsanierung des Berufsschulzentrums für 7,5 Millionen Euro.

Für 2016 sind weitere Projekte geplant wie am Montag, 11. Juli, der Baustart für die neue Turnhalle der Grundschule Vor dem Roten Tor oder am kommenden Freitag der Start des Erweiterungsbaus für die Ganztagsschule an der Wittelsbacher-Grundschule. In den nächsten beiden Abschnitten - von 2020 bis 2025 sowie von 2025 bis 2030 - sollen dann noch mehr der 70 Augsburger Schulen und vor allem die rund 35 000 Schüler sowie ihre Lehrkräfte von einer attraktiveren Lernatmosphäre profitieren können.

Der Freistaat unterstützt die Stadt mit Fördersätzen von 55,5 bis 70,5 Prozent. Für die restlichen Investitionen muss Augsburg Kredite aufnehmen. Die Erhöhung des Kreditlimits habe die Regierung von Schwaben bereits genehmigt, erklärt die Stadt auf ihrer Internetseite. Es würden "Förderdarlehen mit Zinsvergünstigung (KfW und BayernLaBo) genutzt".
Weitere Informationen zum Projekt finden Interessierte unter www.augsburg.de/300Millionen.
Von Kristin Deibl
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