Schwacher Winter, starker Arbeitsmarkt

"Das war ein gutes Jahr 2015", meint Reinhold Demmel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit. In einer Pressekonferenz nahm er Stellung zur Arbeitsmarktentwicklung im vergangenem Jahr sowie zum Verlauf des Monats Dezember. Mit den Worten „kaum Winter, kaum Anstieg der Arbeitslosigkeit“, leitete Demmel die Bilanz ein.

„Das war ein gutes Jahr 2015“, meint Reinhold Demmel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit. In einer Pressekonferenz nahm er Stellung zur Arbeitsmarktentwicklung im vergangenem Jahr sowie zum Verlauf des Monats Dezember. Mit den Worten „kaum Winter, kaum Anstieg der Arbeitslosigkeit“, leitete Demmel die Bilanz ein.

Anders als in den beiden Jahren zuvor ist die Zahl der Arbeitslosen für das Jahr 2015 nicht gestiegen. So zählt die Agentur, im Vergleich zum Vorjahr, 104 Arbeitslose weniger in der Statistik und erreicht im Jahresdurchschnitt eine Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent (4,5 Prozent im Jahr 2014). Lediglich die Zahl der arbeitslosen Ausländer ist mit 5,3 Prozent im Jahr 2015 gestiegen.

Am Stichtag, 30. Juni, befanden sich 238 505 Frauen und Männer in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Genau ein Jahr zuvor waren es 1,8 Prozent weniger. Diese Zahl lässt sich noch in weitere Kategorien unterteilen. 172 468 Personen decken die Gruppe der Vollzeitbeschäftigten, 66 014 Personen sind teilzeitbeschäftigt. 12,5 Prozent (29 695 Personen) aller Beschäftigten besitzen keinen beruflichen Ausbildungsabschluss. Fast genau so viele (12,4 Prozent) verfügen dagegen über akademische Abschlüsse.

Der Trend zum Studium statt zu einer Ausbildung beeinflusst auch die bundesweite Stellenentwicklung. Vor allem in der Lebensmittelbranche suchen Arbeitgeber oft verzweifelt nach Auszubildenden. Hier treffen oft vier Ausbildungsstellen auf eine Bewerbung. Von Oktober 2014 bis September 2015 meldeten die Firmen 70 Ausbildungsstellen weniger als im Vorjahr. Statistisch gesehen, stehen nun 100 Bewerbern für eine Ausbildungsstelle 114 Ausbildungsplätze gegenüber.

Vergleicht man die Stadt Augsburg (Arbeitslosenquote von 6,7 Prozent) mit dem Landkreis Augsburg (Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent), fällt auf, dass zwar ein beiden Bereichen die Zahl der arbeitslosen Ausländer gestiegen ist, aber fast die doppelt so viele Jugendliche unter 25 Jahren in der Stadt als arbeitslos gemeldet sind.

Mit dem Stichtag, 12. Dezember, zeigt sich, dass verglichen mit dem Vormonat November die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozent gestiegen ist und somit 4,0 Prozent beträgt. Dieser Anstieg sei mehrheitlich auf Ausländer zurückzuführen, erklärt Demmel. In der Stadt Augsburg liegt die Zahl der Arbeitslosen bei 9065 Personen, das sind 68 mehr als einen Monat zuvor. 3549 Personen sind im Landkreis als arbeitslos registriert, womit die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat bei 2,6 Prozent verharrt.

Zu vermuten ist, dass die Arbeitslosigkeit in den nächsten Monat stärker steigen wird. Dies sei beispielsweise auf die saisonal befristeten Stellen in der Weihnachtszeit zurückzuführen, so Demmel.

Die Agentur für Arbeit agiert zudem als sogenannte „Modellagentur“, sie bietet Flüchtlingen Integrationskurse und Sprachkurse an. In dem Projekt „early Intervention“ befinden sich derzeit 120 Ausländer, denen vor allem die fehlenden Deutschkenntnisse einen Weg in das Berufsleben verhindern. Sei es die fehlende Qualifizierung, oder der nicht gleichzusetzende Abschluss des Heimatlandes, „viele sind noch nicht soweit, um in den Arbeitsmarkt aufgenommen zu werden“, sagt Demmel. Vom bereits abgeschlossenem Projekt der Agentur für Arbeit, wurden von den rund 250 Personen 20 Prozent erfolgreich in die Arbeitswelt integriert.

Von Michèle Böswald
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