Sechs Jahre Fukushima: Gefahr Atomkraft gebannt?

Foto: Christian Hahn

Zum sechsten Jahrestag der Nuklearkatastrophe von Fukushima zieht Peter Rauscher – Vorsitzender der Augsburger Grünen Verbindungen zur Region

Am 11. März 2011 kam es nach einem Seebeben zu einem katastrophalen Unfall in vier von sechs Reaktoren des Atomkraftwerkes Fukushima in Japan. Im Juni 2011 beschloss die Bundesregierung den Atomausstieg bis spätestens 2022. Das Atomkraftwerk Gundremmingen mit den Blöcken B und C zählt zu den noch aktiven Kraftwerken, wobei Block am 31. Dezember 2017 Block B und am 31. Dezember 2021 Block C abgeschaltet werden soll.

„Regelmäßig kommt es zu Pannen und Störungen im Atomkraftwerk Gundremmingen. Undichte Ventile im Sicherheitsbehälter, Computer-Viren per USB-Stick oder eine defekte Kühlmittelpumpe und nun hat ein Gutachten ergeben, dass das Notkühlsystem gravierende Mängel aufweist und wohlmöglich bei einem Notfall nicht funktionsfähig ist. Diese Pannen sind im letzten Jahr geschehen, die letzte Abschaltung war im Januar dieses Jahres! Wenn wir heute den Opfern in Fukushima gedenken und an diese Katastrophe denken, dann müssen wir auch über Gundremmingen sprechen und die Gefahren für die Region thematisieren, denn anders als Fukushima ist Gundremmingen direkt vor den Toren Augsburgs“, fordert Rauscher.

Fukushima und Gundremmingen, gleicher Reaktor, gleiche Gefahr?


Die Siedewasserreaktoren in Fukushima und Gundremmingen sind nicht exakt baugleich. Aber Siedewasserreaktoren haben mehrere Defizite im Vergleich zu Druckwasserreaktoren. Zum einen ist die Schnellabschaltung bei einem Siedewasserreaktor ein komplizierterer Vorgang. Die Technik dazu ist komplexer und damit auch störanfälliger. Außerdem ist es bei einem Siedewasserreaktor konstruktionsbedingt bei einem Störfall auch schwieriger zu verhindern, dass Radioaktivität nach außen dringt. „Fazit: Der Siedewasserreaktor in Gundremmingen birgt aufgrund seines anderen Aufbaus höhere Risiken als die übrigen Anlagen in Deutschland. Natürlich wird Gundremmingen nicht Opfer eines Tsunamis werden, aber wer kann ein Erdbeben oder gar einen terroristischen Anschlag ausschließen“, gibt Peter Rauscher zu bedenken.

CSU steht für altbackende Technik und obsolete Energiekonzepte


„Die CSU blockiert jede inhaltliche Debatte über Nutzen und Gefahren der Atomkraft. Erst am Donnerstag haben sich die Abgeordneten der CSU im Landtag erneut für diese Dinosauriertechnik ausgesprochen und sich auf die Schultern geklopft. Fakten und Untersuchungen werden von der CSU ebenso ignoriert, wie die nicht mehr abstreitbare Wahrheit, dass wir eine Energiewende in Deutschland brauchen, die ohne Atom- und Kohlekraft auskommt. Anstatt wie eine leiernde Schallplatte metronomartig zu beteuern, dass Gundremmingen sicher ist, würde ich mir von der CSU wünschen, sich endlich einmal objektiv mit den Gefahren aber auch dem Nutzen des AKW Gundremmingen auseinandersetzen. Wir wissen ja mittlerweile, dass der von der CSU beim Atomausstieg 2011 angedrohte Energie-Preisanstieg nicht eingetroffen ist, weil die Erneuerbaren-Energien zügig ausgebaut wurden. Also dezentrale Bürgerenergie einerseits, mehr Erneuerbare-Energie andererseits und als dritte Säule die bereits bestehenden modernen Gaskraftwerke nutzen und schon kann Gundremmingen endlich abgeschaltet werden. So geht Energiepolitik der Zukunft“, stellt Rauscher fest.
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Erika Buschdorf aus Neusäß | 12.03.2017 | 16:09  
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