SMÜ und WER: Alte Autokennzeichen kehren auch im Landkreis Augsburg zurück

Altkennzeichen für den Landkreis Augsburg: Neben SMÜ für Schwabmünchen ist nun auch WER für Wertingen möglich. Foto: Markus Höck

Am Schluss war der Druck dann doch zu groß: Landrat Martin Sailer hat sich dem Willen der Bürger gebeugt und seine Skepsis gegenüber den Altkennzeichen aufgegeben. Künftig dürfen die Landkreisbürger wählen, ob an ihrem Auto ein A, ein SMÜ oder gar ein WER prangt.

Vor vier Jahren hatte der Bundesrat den Weg frei gemacht, damit in den Landkreisen die alten Kennzeichen wieder eingeführt werden können. Nach und nach kamen so die verschwundenen Kürzel auf den Autos zurück. Nur im Augsburger Landkreis nicht. Hier gab es früher das SMÜ für Schwabmünchen und das WER für Wertingen. Damals sei die Nachfrage nicht so groß gewesen, erinnert sich Landrat Martin Sailer. Das hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten deutlich geändert.

Mehr als 2000 Unterschriften hatte die Bürgerinitiative "Pro SMÜ" gesammelt, um ihrem Anliegen Gewicht zu verleihen. An der Spitze der Initiative steht der ehemalige Präsident des Augsburger Verwaltungsgerichts Ivo Moll. Er betont, zufrieden mit dem Ergebnis, "dass der Wunsch nach der Rückkehr des SMÜ-Kennzeichen kein Angriff auf den Landkreis ist". Ganz im Gegenteil identifiziere sich der südliche Teil stark mit dem Landkreis insgesamt. Warum also dann überhaupt die Abkehr vom A?

"Es ist halt ein bisschen Nostalgie", begründet Schwabmünchens Bürgermeister Lorenz Müller seinen Einsatz für die Wiedereinführung der alten Autokennzeichen. "Diese Entscheidung habe ich mir sehr lange überlegt und nicht leicht gemacht. Nach wie vor sprechen für mich viele Argumente gegen eine Wiedereinführung. Aber ich möchte meine Augen vor dem Wunsch so vieler Landkreisbürger nicht verschließen und meinen Willen nicht über deren offensichtlich sehr leidenschaftlichen Wunsch stellen", erklärt Landrat Sailer die Aufgabe seiner Blockadehaltung.

Tatsächlich aber sind viele der alten Argumente längst hinfällig geworden. So ist es inzwischen bei einem Wohnungswechsel möglich, sein Autokennzeichen zu behalten. Im Landkreis Augsburg sind also längst auch Münchner oder Frankfurter Kennzeichen zu Hause.

Und weil sich die Regelung auf den gesamten Landkreis erstreckt, gebe es auch keine versicherungstechnischen Schwierigkeiten, erklärt Ivo Moll. Denn: Jeder Landkreisbürger darf unabhängig von seinem tatsächlichen Heimatort ein SMÜ oder auch ein WER beantragen. Bis es allerdings soweit ist, vergeht noch einige Zeit. Sailer rechnet mit drei bis fünf Monaten. So lange werde es dauern, bis alle verwaltungsinternen Vorbereitungen abgeschlossen sind. Für Wertingen gilt es noch, eine besondere Schwierigkeit zu bewältigen. Weil im Nachbarlandkreis Dillingen längst das WER eingeführt ist, müssen sich die Ämter absprechen, wer welche Nummern vergibt, damit nicht plötzlich zwei gleiche Kennzeichen ausgestellt werden.

Vorbestellungen von Wunschkennzeichen sind noch nicht möglich, wie Sailer betont.
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