Sommernächte auch 2017? Stadtrat entscheidet am Donnerstag

Gibt es diese Aussicht vom Perlachturm auch 2017? Der Stadtrat stellt am Donnerstag die Weichen für eine Neuauflage der Augsburger Sommernächte. (Foto: David Libossek)

Die Augsburger Sommernächte sollen auch 2017 in der Innenstadt gefeiert werden. Heute entscheidet der Stadtrat darüber, ob er auch die kommende Auflage unterstützt. Es geht um bis zu 100.000 Euro Zuschuss. Der Veranstalter bringt zudem neue Festbereiche ins Spiel.

Die Augsburger Sommernächte sollen auch im kommenden Jahr wieder tausende Besucher in die Innenstadt locken. Der Stadtrat entscheidet in seiner Sitzung am Donnerstag darüber, ob die Stadt das Fest auch 2017 unterstützt. Dabei geht es um einen Zuschuss von bis zu 100.000 Euro – abhängig von Sponsorenbeiträgen. Die vergangene Auflage wurde mit rund 50.000 Euro unterstützt.

Zum Thema spricht heute auch Heinz Stinglwagner, der Geschäftsführer der veranstaltenden City Initiative (CIA), im Rathaus. Er wird argumentieren, dass die Sommernächte – anders als ihr Vorgänger Maxstraßenfest – mehrere Orte in der Stadt bespielt haben. „Es kam zu keinen Stauungen oder Gedränge“, heißt es in den Stadtratsunterlagen.

Identitätsstiftend sei das Fest vom 23. bis 25. Juni gewesen, dazu gemeinschaftsfördernd und ein starkes Marketinginstrument, so Stinglwagner. „Die Augsburger Sommernächte heben sich auch inhaltlich in ihrer Vielfalt von anderen Stadtfesten ab.“

Doch das kostet eben Geld – rund 400.000 Euro. Mit 180.000 Euro beteiligen sich daran die teilnehmenden Gastronomen. Alleine die private Sicherheitsfirma streicht 83 000 Euro ein. Hinzu kommen Kosten für Wasser- und Stromzufuhr (50.000 Euro), für den Sanitätsdienst (35.000 Euro) sowie für die Feuerwehr (8000 Euro).
Stinglwagner betont jedoch auch, dass Security und Rettungskräfte wenige Einsätze hatten. „Es war ein außergewöhnlich friedliches Fest“, schreibt er. Deshalb überlegt er, ob es in puncto Sicherheit sogar Einsparpotenziale gibt.

Dieser Satz stammt jedoch aus der Zeit vor dem Anschlag von Ansbach. Finanzreferentin Eva Weber betonte in der gestrigen Stadtratspressekonferenz, dass Sicherheitsauflagen von Polizei und Feuerwehr gestellt würden. „Bis zum Zeitpunkt der Sommernächte 2017 kann sich vieles verändern“, sagte Weber.

Oberbürgermeister Kurt Gribl merkte an, dass man bereits für den Herbstplärrer über Rucksackkontrollen nachdenke. Dadurch könne man Gefahren vermeiden, so der OB, der aber anfügte: „Absolute Sicherheit kann man niemals garantieren.“

Die Sommernächte im Juni jedenfalls waren eine vorbildliche Großveranstaltung, was die Sicherheit betrifft. Der häufigste Einsatzgrund seien Kreislaufprobleme wegen der großen Hitze am Freitag gewesen. Selbst Wildpinkeln und Müll haben laut Stinglwagner keine Schwierigkeit dargestellt. „Die Polizei sprach von einem ruhigeren Wochenende als einem normalen in der Innenstadt.“

Auch wirtschaftlich mache eine Neuauflage Sinn. Schließlich seien die Aufträge lediglich „an lokale Firmen“ vergeben worden. Auch die Partner kämen ausschließlich aus der Region.

Der CIA-Chef sieht aber auch Luft nach oben. Die Situation an der Maximiliansstraße sei generell „verbesserungswürdig“, räumt er ein. Abwechslungsreicher solle es werden und eine Überlappung der Musik vermieden werden.
Des Weiteren muss „an der Qualität einiger Stände gearbeitet werden“, gibt Stinglwagner zu Protokoll. Zudem bringt er neue Bereiche ins Spiel. Den Annahof etwa oder Plätze in der Altstadt.

Der Stadtrat wird dem Zuschuss-Antrag voraussichtlich zustimmen. Obwohl aus der Opposition auch kritische Stimmen laut geworden waren: „Es war und ist ein Fress- und Sauffest“, hatte etwa Stadtrat Volker Schafitel (Freie Wähler) moniert. Daran, dass die Sommernächte auch 2017 stattfinden, wird das jedoch wohl nichts ändern.
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