Stadtrat fordert 1500 Euro Schadenersatz

Drei Jahre lang streiten sich der Stadtrat Rudolf Holzapfel und sein ehemaliger Kollege Tobias Schley (wieder CSU) inzwischen vor dem Augsburger Amtsgericht. Weil Schley seinen damaligen Stadtratskollegen in einer öffentlichen Sitzung als "Arschloch" bezeichnet hat, fordert Holzapfel von ihm 1500 Euro. Das Urteil soll Ende Februar fallen.

Den ungewöhnlich hohen Betrag der Forderung rechtfertigt Holzapfel mit, dass sich der Ausdruck inzwischen verselbstständigt habe. Als Beweis brachte er Zeitungsartikel an, die seinen Namen noch immer im Zusammenhang mit der "Arschloch"-Affäre nennen. Das Gericht befand die Summe von 1500 Euro außerordentlich hoch und schlug von sich aus einen Betrag von 500 Euro vor. Denn nicht einmal Opfer, die unter körperlichen Schmerzen leiden, bekämen derart hohe Schmerzensgelder zugesprochen. Doch darauf wollten sich Holzapfel und sein Verteidiger nicht einlassen.

Dem Stadtrat von Pro Augsburg scheint es ums Prinzip zu gehen. Denn er erstattete erst Anzeige, nachdem Schley sich nicht schriftlich bei Holzapfel entschuldigte. Der frühere Stadtrat der CSU bestritt zunächst die verbale Entgleisung und ließ die Beleidigung erst in zweiter Instanz über seine Anwälte einräumen. Das Gericht will Ende Februar ein Urteil fällen. Ob Holzapfel die geforderte Summe von 1500 Euro zugesprochen wird, ist jedoch fraglich.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.