Standsicherheit in Gefahr: "Gravierende Schäden" am Augsburger Perlachturm

Augsburger Wahrzeichen: der Perlachturm. (Foto: David Libossek)
Augsburg: Perlachturm |

Sorge um den Perlachturm: Das Augsburger Wahrzeichen hat „gravierende Bauschäden“ und muss dringend saniert werden. Abgeplatzte Teile könnten gar herunterfallen. Am Donnerstag diskutiert der Stadtrat über das weitere Vorgehen. Eine langfristige Sperrung werde auf jeden Fall nötig sein.

Um die Substanz des Perlachturms steht es offenbar noch schlechter, als bislang angenommen. Im Zuge einer baulichen Überprüfung seien „gravierende Bauschäden“ festgestellt worden, heißt es aus der Bauverwaltung der Stadt Augsburg. Diese Mängel müssen nun dringend beseitigt werden, da andernfalls die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet wäre. Am Donnerstag soll der Stadtrat über die Grundsanierung des Turmes beschließen.

Es drohe sogar eine Sperrung des Augsburger Wahrzeichens für den Publikumsverkehr, schreibt die Bauverwaltung in ihrer Beschlussvorlage. Zudem bestünde „die Gefahr, dass abgeplatzte Teile herunterfallen könnten und Passanten dadurch gefährdet sind“. Insbesondere in den beiden oberen Natursteingeschossen befänden sich zahlreiche Risse und defekte Fugen, die durch Korrosion der in den Natursteinen verbauten Eisenteile entstanden seien.

Das sind die Sanierungspläne für den Augsburger Perlachturm


Der Perlachturm soll deshalb nun außen und innen saniert werden. Auch einen neuen Eingangsbereich sieht die Planung des Hochbauamtes vor. Die Sanierung soll in insgesamt vier Phasen ablaufen: Noch 2016 gelte es, die notwendigen Ausschreibungen vorzubereiten. 2017 folgt der Vorlage zufolge die Sanierung der oberen Natursteingeschosse inklusive der Kuppel. Die Außensanierung, einschließlich Trockenlegung des durchfeuchteten Sockelfundaments sowie der Terrassen ist für 2018 vorgesehen. 2019 soll die Innensanierung durchgeführt werden. Dazu gehört auch, den Turamichele-Bereich zu entfeuchten und einen neuen Eingangsbereich zu schaffen. Die Stahlbetontreppe im Inneren sei weiterhin funktionsfähig und müsse nicht erneuert werden.

Insgesamt sollen sich die Kosten auf gut 2,1 Millionen Euro belaufen. Würden die Arbeiten in nur ein oder zwei Phasen abgeschlossen, wäre die Sanierung zwar insgesamt günstiger – durch die Aufteilung auf mehrere Jahre, lässt sich die finanzielle Belastung aber auf mehrere Haushalte verteilen.

Perlachturm: Lange Sperrzeiten garantiert - Turamichele soll trotzdem stattfinden


„Es ist in jedem Fall davon auszugehen, dass es zu längerfristigen Sperrungen während der Bauzeit kommen wird“, ist der Beschlussvorlage noch zu entnehmen. Die jährliche Turamichele-Veranstaltung soll aber jeweils stattfinden können.
Der Bauausschuss hat den Plänen in seiner Sitzung in der vergangenen Woche bereits zugestimmt. Am Donnerstag soll nun der Stadtrat die endgültige Entscheidung fällen. (jaf/kd)
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