Steigender Widerstand gegen Stromtrasse

Meitinger Marktgemeinderat verstärkt Gegenwehr gegen die Stromautobahn. Notwendigkeit der Gleichstromtrasse sei nicht gegeben.

In Meitingen wird der Widerstand gegen die Netzausbaupläne für die Gleichstromtrasse Süd-Ost der Bundesnetzagentur immer größer. In der Gemeinderatssitzung vergangene Woche nahmen Marktgemeinderat und Bürgermeister Michael Higl Stellung zum Netzentwicklungsplan 2014. Der Markt Meitingen sei als Korridor D in den Planungen als Endpunkt der Gleichstrompassage aufgeführt, doch nachdem diese Festlegung nahezu unter Nichtberücksichtigung der Bevölkerung erfolgte, sei es nicht überraschend, dass kaum Verständnis für dieses Vorhaben bestehe, sagte Higl.

Die Informationsveranstaltungen der Firma Amprion in den vergangenen Monaten hätten mehr zur Skepsis und Ablehnung beigetragen, als dass sie die Pläne begründeten. "Insbesondere", so der Bürgermeister "ist es bis heute nicht gelungen , die grundsätzliche Notwendigkeit der geplanten Maßnahme für die Energieversorgung unserer Region und des Freistaates Bayern überzeugend zu begründen". Zudem müsse festgehalten werden, dass energiepolitische Bedenken bestehen, da die Stromtrasse nach den aktuellen Planungen auch fossile Energieträger wie etwa Braunkohle transportieren soll.

Im Januar wurde mit der Veröffentlichung der Trassenvorschläge durch die Firma Amprion darüber hinaus deutlich, dass keinerlei Bezug zum geplanten Konverterstandort vorgenommen wurde. "Bislang wurde noch kein Standort veröffentlicht, da entsprechend der ursprünglichen Vorhaben Amprion die Trassenkorridore ins Verfahren einbringen wollte, ohne sich dabei jedoch zum Konverterstandort zu äußern", sagte Higl. "Für den Bereich Meitingen macht dies die Trassenvorschläge völlig aussagelos, da das wesentlichste Element fehlt, die Zwischenstation, die den Verlauf zum Umspannwerk Meitingen determiert". Auf der Basis bisheriger Gespräche könne von Seiten des Marktes festgehalten werden, dass keine entsprechende Fläche in der geforderten Größe im näheren und weiteren Umkreis um das Umspannwerk Meitingen zur Verfügung stehe, so der Bürgermeister.

Nach langen Diskussionen spreche der Rat wieder mit einer Stimme, erklärte dritte Bürgermeisterin Claudia Riemensperger mit Bezug auf die Meinungsverschiedenheiten während des Wahlkampfes. Der Rat verabschiedete schließlich gemeinsam eine Resolution, die an alle involvierten Stellen weitergegeben wurde.

Zweiter Bürgermeister Werner Grimm betonte, dass sich alle Fraktionen einig seien, Meitingen als Endpunkt der Trasse abzulehnen. Dennoch zog er das etwas nachdenkliche Fazit, dass der Strombedarf in Bayern mit Sonne und Wind alleine nicht bewältigt werden könne.
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