Streit um Bauprojekt: Grüne wollen die Flugplatzheide retten

Flugplatzheide am Bischofsackerweg. (Foto: Eberhard Pfeuffer)

Die Augsburger Grünen wollen offenbar einen erneuten Versuch wagen, um die Augsburger Flugplatzheide doch noch vor einer Bebauung zu retten. Die Regierung von Schwaben möchte hier Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge schaffen. Die Mitgliederversammlung der Grünen diskutiert am Mittwoch einen entsprechenden Antrag.

Die Antragssteller fordern den "Erhalt des gesamten verbliebenen Restes der Augsburger Flugplatzheide sowie die Unterschutzstellung der gesamten Biotopfläche". Den Freistaat Bayern fordern sie als Eigentümerin der Fläche auf, auf "eine Bebauung der Flugplatzheide zu verzichten und die Unterschutzstellung der gesamten noch übrigen Fläche in die Wege zu leiten". Es sei nach alternativen, besser geeigneten Flächen zu suchen, ein Leerstandskataster zu nutzen und der Weg der Einbindung in neue Baugebiete zu wählen.

Den Antrag begründen Grünen-Sprecher Peter Rauscher und seine Unterstützer damit, dass die dem Freistaat Bayern gehörende Fläche nur noch eine Restfläche von zwei Prozent der ursprünglichen Flugplatzheide und eine der wertvollsten innerstädtischen iotopflächen in Bayern sei. Dabei berufen sie sich auf ein Gutachten von Dr. Klaus Kuhn vom Naturwissenschaftlichen Verein für Schwaben, welcher die noch verbliebene Restfläche von acht Hektar der ursprünglichen 200 Hektar großen Fläche untersuchte. Dabei habe sich gezeigt, dass die Fläche einen außergewöhnlichen Reichtum an seltenen Arten aufweise. "Die Untersuchung ergab einen Artenreichtum, welcher in dieser Bedeutung nur sehr selten auf innerstädtischen Flächen zu finden ist und naturschutzfachlich bayernweite Bedeutung hat. So wurden mehr als 85 bedrohte Pflanzenarten nachgewiesen, die auf der Roten Liste gefährdeter Pflanzen in Bayern aufgelistet sind, einzelne sind akut vom Aussterben bedroht", so Rauscher in seiner Begründung.

Auch aus integrationspolitischer Sicht lehnt Rauscher das Bauvorhaben ab. "So befindet sich dieses Gelände in einem Gewerbegebiet in dem es in unmittelbarer Nähe keine weitere Wohnbebauung, geschweige denn Einrichtungen des täglichen Lebens gibt, das ist nicht die Art der Integration wie wir sie uns vorstellen", beklagt Rauscher. "77 Wohneinheiten für 310 anerkannte Flüchtlinge auf der ,Grünen Wiese' sind integrationspolitisch falsch und daher abzulehnen." Stattdessen sollten vorhandene freie Flächen und Leerstand in Gebieten, in denen Wohnbebauung üblich sei, anhand eines Leerstandskataster zügig ermittelt und angekauft werden. Auch sollte auf soziale Durchmischung der Gebiete geachtet werden, "damit keine neuen sozialen Brennpunkte entstehen und Integration ermöglicht wird".
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.