Streit um Tourismus-Zahlen

Stadtrat Otto Hutter (Die Linke) hat der Regio Tourismusgesllschaft einen unseriösen Umgang mit ihren Zahlen vorgeworfen. Tourismusdirektor Götz Beck wehrt sich gegen diesen Vorwurf.

Das Amt für Statistik und Stadtforschung hatte jüngst bekannt gegeben, dass Augsburg im Vergleich mit anderen Städten keine Tourismushochburg sei. In einer Rangliste belegte die Fuggerstadt gerade mal den vorletzten Platz (wir berichteten). Den Bericht des Amtes wiederum nimmt Hutter zum Anlass für seine Kritik: "Der Geschäfsbericht, in dem zu lesen steht ,Rekordzahlen von 2012 im Jahr 2013 nochmals getoppt'', führt absichtlich in die Irre. Die Zahlen von 2013 sind nicht top, sondern ein Flop." Die Regio Tourismus GmbH solle sich nicht wie eine Werbeagentur gerieren, sondern nüchtern Stärken wie Schwächen aufzeigen. Nur auf einer ehrlichen Grundlage sei es möglich, die Stadt auf den richtigen Weg zu bringen, so Hutter weiter.

Beck dagegen verteidigt den Geschäftsbericht: "Augsburg hatte 2013 das beste Ergebnis seiner Tourismusgeschichte." Zwar stimme der statistische Wert an sich, doch würden hier Äpfel mit Birnen verglichen. Beck: "Wäre der Vergleich von Einwohnerzahlen und Hotelgästen - die sogenannte Tourismusintensität - tatsächlich für den touristischen Erfolg maßgeblich, wäre das Urlaubsziel Bayern verglichen mit Mecklenburg-Vorpommern ein touristisches Entwicklungsland."

Der Vergleich mit München und Nürnberg etwa entbehre jeder Realität, und Würzburg sowie Regensburg seien nun mal touristische Hochburgen. Beide Städte sind Teil des UNESCO-Welterbes, beide sind seit Jahrzehnten erfolgreich im Kongresswesen unterwegs, und beide Städte haben mehr Hotelbetten als die Stadt Augsburg zu bieten. Doch Augsburg hole, so Beck, seit Gründung der Regio im Jahr 1998 in Riesenschritten auf: Seitdem habe Augsburg zum Beispiel bei den Übernachtungen um 50 Prozent höhere Zuwächse als Würzburg zu verzeichnen. Die Zahl der Gästeankünfte ist von 245 000 auf zuletzt 407 000 gestiegen. Und die Zahl der Übernachtungen im Stadtgebiet hat sich von 431 000 auf zuletzt 717 000 erhöht.

Der positive Trend werde weiter anhalten, ist Beck von einer guten Zukunft für den Augsburg-Tourismus überzeugt.
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