Taxi-Affäre holt die Augsburger Christsozialen wieder ein

Weil er nach Ansicht der Staatsanwaltschaft vor Gericht falsch ausgesagt habe, muss sich am Mittwoch CSU-Mann Hubert Goßner selbst vor dem Amtsgericht verantworten. Foto: © Robert Wilson / 123rf.de

Weil er nach Ansicht der Staatsanwaltschaft vor Gericht falsch ausgesagt habe, muss sich am Mittwoch CSU-Mann Hubert Goßner selbst vor dem Amtsgericht verantworten.

Goßner ist Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes Bergheim. Erst jüngst hatte er für Schlagzeilen gesorgt, als er den ehemaligen Stadtrat Tobias Schley wieder in die Partei aufgenommen hatte. Mit dem völlig regelkonformen Alleingang hatte Goßner einigen Unmut in der Führungsebene der CSU ausgelöst. Dabei ist es gerade seine Freundschaft zu Schley, die ihm das eigene Gerichtsverfahren eingebrockt hat.

Auslöser der ganzen Misere ist die sogenannte Taxi-Affäre. In deren Zentrum steht Tobias Schley. Nach einem nächtlichen Streifzug durch die Innenstadt waren im Dezember 2011 Schley und zwei Begleiter mit einem Taxifahrer am Königsplatz in Streit geraten. Es ging um ein nicht bezahltes Beförderungsentgelt. Während der Auseinandersetzung kam es auch zu Handgreiflichkeiten, verletzt wurde aber niemand. Dennoch endete die Geschichte für Schley mit einer Verurteilung zu einer Haftstrafe auf Bewährung. Er verließ die CSU, seine politische Heimat, wie er auch weiterhin immer betonte.

Im Gerichtsverfahren nun habe Goßner, der bekanntermaßen ein enges und vertrautes Verhältnis zu Schley besitzt, bei seiner Aussage bewusst gelogen. Goßner hatte beim Prozess im Oktober 2012 ausgesagt, dass Schley sich an den Handgreiflichkeiten nicht beteiligte - was übrigens im Berufungsverfahren am Landgericht auch alle anderen Zeugen so darstellten. Goßner ging noch einen Schritt weiter und behauptete, Schley habe sich ganz rausgehalten. Tatsächlich aber, so die Staatsanwaltschaft, hätte Goßner gar nichts mitbekommen von den Ereignissen. Zudem sei ihm bekannt gewesen, dass Schley sich sehr wohl aggressiv verhalten habe. Schley war am Ende vor allem dafür belangt worden, dass er die Rolle des Wortführers übernommen hatte.

Ob diese Unstimmigkeiten letztlich für eine Verurteilung wegen einer "vorsätzlichen Falschaussage" sorgen, darf bezweifelt werden. Die Augsburger CSU jedenfalls wünscht sich nichts sehnlicher, dass nach einem Urteil, egal wie es ausfällt, endlich Gras über die "Taxi-Affäre" wachsen kann.
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