Theatersanierung in Augsburg: Das Bürgerbegehren kommt

Streit-Objekt: Das Große Haus des Augsburger Theaters soll saniert, zugehörige Proberäume und Werkstätten neu konzipiert werden. Foto: David Libossek
Die Initiative Kulturelle Stadtentwicklung stellt am Freitag ihr "Bürgerbegehren zur Theatersanierung" vor. Mitinitiator Kurt Idrizovic verrät im Vorab-Gespräch, worum es gehen wird: um die Finanzierung. Und um "ein Angebot an die Augsburger, Einfluss zu nehmen".

Ist ein Termin auf den 1. April angesetzt, muss man freilich vorsichtig sein, nicht das Opfer eines Scherzes zu werden. So schlug am Donnerstagmorgen eine E-Mail in der Redaktion auf, die da den Titel trug: "Bürgerbegehren Theatersanierung". Darunter eine Einladung zur Pressekonferenz der Initiative Kulturelle Stadtentwicklung Augsburg - eben am 1. April.

Ein Aprilscherz sei es dennoch "unter keinen Umständen", verspricht Kurt Idrizovic, einer der Initiatoren. Am morgigen Freitag wird also tatsächlich vorgestellt, was schon lange in der Luft lag: ein Bürgerbegehren zur Theatersanierung. Oder wie Idrizovic es nennt, "ein Angebot an die Augsburger, Einfluss zu nehmen".

Rund 11.000 Unterschriften wollen und müssen er und seine Mitstreiter nun sammeln, um einen Bürgerentscheid zu ermöglichen. Thema des Begehrens soll die Finanzierung sein, soviel verrät Idrizovic vorab. "Die Stadt muss für die Sanierung Schulden machen, und deshalb müssen diejenigen entscheiden, die bezahlen: die Augsburger", sagt er. Mehr als 190 Millionen Euro sollen Sanierung und Neukonzeptionierung des Mehrspartenhauses kosten, 90 Millionen Euro beträgt der Anteil der Stadt.

Freilich habe er sich das gut überlegt, versichert er. All die Ressourcen, all die persönlichen Opfer, die mit so einem Vorhaben einhergingen, und die Anfeindungen, die er als Sanierungskritiker ohnehin schon auf sich hat nehmen müssen.

Doch in den Gesprächen mit Kulturreferent Thomas Weitzel und Oberbürgermeister Kurt Gribl habe er zuweilen festgestellt, so erläutert Idrizovic, "dass nicht mit offenen Karten gespielt wird, Dinge verschleiert werden". Man habe versucht, "zu reden, Dinge auszuloten, aber das hat alles nicht gefruchtet", kritisiert er.

Die neuerlichen Diskussionen um die nach hinten verschobene Schließzeit des Theaters seien nur ein Beispiel für "Chaos und Unordnung" in der Informationspolitik - darüber könnten auch Bürgerbeteiligung und umfangreiche Theatersanierungs-Homepage der Stadt nicht hinwegtäuschen. Der Zeitpunkt des Vorpreschens der Initiative sei jedoch unabhängig von den jüngsten Debatten erklärt er.

Idrizovic möchte bei aller Kritik jedoch, dass das Theaterbegehren sachlich über die Bühne geht. Ohne "Emotionalität und Giftigkeit", gelobt er. Großes Theater wird es in Augsburg aber wohl dennoch geben.
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