Trassenführung für die 5er am Donnerstag im Stadtrat

Die blaue Linie zeigt den jetzt angepeilten Verlauf der Trasse für die Straßenbahnlinie 5. Foto: Kartengrundlage: Amtlicher Stadtplan Augsburg (c) Stadt Augsburg Geodatenamt / Grafik: Stefanie Michejew

Es hat etwas gedauert: Seit nunmehr zwei Jahren suchen die Stadtwerke gemeinsam mit der Stadt und den Bürgern nach der optimalen Trasse für die Linie 5. Nun scheint sie gefunden. Am Donnerstag muss der Stadtrat über die von Stadtwerken und Bürgern bevorzugte Variante entscheiden.

Mit der Linie 5 sollen die Konversionsflächen der ehemaligen Kasernen entlang der Bürgermeister-Ackermann-Straße erschlossen werden. Als Verlängerung der Linie 6 soll die 5er obendrein "auch eine direkte Verbindung vom Hauptbahnhof zum Klinikum schaffen", erklärt Stadtwerke-Sprecher Jürgen Fergg.

Knackpunkt auf der Suche nach der perfekten Trasse waren die ersten Meter nach dem Tunnel unter dem Hauptbahnhof. In mehreren Bürgerdialogen sammelten Stadt und Stadtwerke Ideen und prüften Alternativen. Bei der jüngsten Veranstaltung zeichnete sich bereits der klare Favorit ab: Statt die Straßenbahnen nur über eine Trasse zu führen, flügeln die Stadtwerke die Linie über die Rosenaustraße (stadtauswärts) und über die Hörbrotstraße (stadteinwärts). Das hat gleich mehrere Vorteile. So wird zum Einen der Lärm auf zwei Straßen verteilt. Zum anderen aber gibt es laut Fergg keine zusätzliche Belastung der Kreuzung Pferseer-/Rosenaustraße durch mehr Trams.

Weiter soll die Linie 5 über die Luitpoldbrücke die Wertach queren. Auch hier scheint die kostengünstigste Variante gefunden. Es muss nämlich keine neue Haltestelle eingerichtet werden, denn auf der Brücke ist bereits ein Haltepunkt für die Linie 3. Nach der Luitpoldbrücke soll die Linie 5 in die Hessenbachstraße abbiegen, neben den Gleisen der Localbahn weiterlaufen und schließlich auf die Bürgermeister-Ackermann-Straße treffen. Weil die Trasse durch den Grünstreifen führt, sind mehrere Bäume betroffen und auch einige Kleingärten müssten wohl dran glauben.

Auf der Bürgermeister-Ackermann-Straße bleibt es bei der auch von Baureferent Gerd Merkle bevorzugten Variante der Mittellage. Die Tram fährt zwischen den vier Fahrspuren, die dafür etwas verschmälert werden müssen. Das momentan geltende Tempolimit müsste vermutlich von 60 auf 50 Stundenkilometer abgesenkt werden.

Schließlich führt der Weg der Linie 5 vorbei am Park-and-ride-Platz Augsburg-West weiter zum Klinikum. Hier nützt die Linie 5 die bestehenden Schienen der Linie 2, die ebenfalls weiterhin zum Klinikum fährt. Am Krankenhaus muss dann eine Wendeschleife für die 5er errichtet werden, damit die Straßenbahnen wieder zurückkommen.

Derzeit rechnen die Stadtwerke mit 62 Millionen Euro Investitionskosten. Wie auch für die anderen Teile der Mobilitätsdrehscheibe ist die Linie 5 förderfähig, Bund und Freistaat beteiligen sich an den Kosten.

Nun fehlt eigentlich nur noch die Zustimmung im Stadtrat und der offizielle Segen der Regierung von Schwaben. Letzteres dürfte kein Problem sein, im Stadtrat wird es vermutlich zumindest eine hitzige Diskussion geben. Denn im Thelottviertel, wo die Tramlinie den Tunnel verlässt, ist der Widerstand gegen diese Trassenführung unverändert groß. Auch in den Bürgerdialogen war es nicht gelungen, die Gegner zu überzeugen - im Gegenteil. Mit einem Bürgerbegehren gegen den Tunnel unter dem Hauptbahnhof war versucht worden, die Wurzel des vermeintlichen Übels auszureißen. Doch dieses Begehren war vom Stadtrat für unzulässig erklärt worden. Diese Entscheidung hatte jüngst auch vor Gericht standgehalten.

Umso wahrscheinlicher ist, dass nun ein neues Bürgerbegehren droht. Darüber wird der Stadtrat am Donnerstag sicher auch diskutieren, wenn er über die Trasse beschließt.
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